11. Tag: Ankunft in Aachen
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Oliver Klempert |
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Zugabe: Bei einem Ladestopp in Dülmen kann ein Elektromobil aus dem Jahr 1930 eingehend besichtigt werden. |
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Letzter Tag: Die teils haarsträubende Reise in Elektromobilen geht zu Ende. Haarsträubend? Nach dem Erholungsaufenthalt in Weilersbach lief eigentlich alles relativ problemlos. Die Tagesetappen, die sich Stephan Nagel, der Organisator der Deutschlandtour, ausgedacht hatte, wurden geschafft. So auch diese.
Übernachtet haben wir zuletzt in einem Jugendgästehaus in Münster. Dort gab es auch eine der in Deutschland installierten
»Park & Charge«-Elektrotankstellen. Die 240 Kilometer lange heutige Tagesetappe heim bis nach Aachen
– vor etwas mehr als einer Woche trieb uns eine solche Entfernung an die Grenzen der Belastbarkeit
– wird zügig gefahren und die Zeit fast minutiös eingehalten. Das liegt sicher zum Teil auch an den angenehmeren Temperaturen, denn es kühlt merklich ab. Nur ein paar Grad weniger
– schon machen die Akkus in den CityEl keine Probleme mehr. Gegen Abend fallen lang ersehnte Regentropfen.
Das Highlight des Tages finden wir beim Ladestopp in Dülmen: Die dort ansässige Vertriebsfirma für Akkupacks hat derzeit ein Elektrofahrzeug zur Reparatur, weil dessen Akkus nicht mehr wollen
– aber was für eines: ein Andersen Electric Car aus Detroit/Michigan aus dem Jahre 1930. Wer jemals Micky Maus gelesen hat, erkennt sofort: Das ist das Vehikel von
»Oma Duck«. Sicherheitshalber belegt dies noch ein Hinweisschild unter der Frontscheibe. Normalerweise steht das Fahrzeug im Automuseum in
Melle, östlich von Osnabrück. Dort gibt es auch noch weitere Elektromobile der Geschichte zu sehen.
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© photon-
pictures.com |
| Ankunft im Mondschein: In der Nacht vom 13. auf den 14. August endete die Deutschlandtour nach 1.800 Kilometern in Aachen. |
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Organisator Nagel hält fest: Wenn so etwas wie eine derart große Tour mit Elektromobilen im nächsten Jahr wiederholt werden soll
– und nicht nur Stimmen aus dem Fahrerpool in diesem Jahr sprechen sich dafür aus
– dann wird wesentlich mehr Freizeit eingeplant. Ein Drittel der Tour soll dann gefahren werden, ein Drittel geladen und ein Drittel zur eigenen Verfügung stehen
– zum Beispiel um Städte zu erkunden oder ohne Zeitdruck an einen See zu fahren. Eine weitere Erfahrung dieser Tour: Das Gros aller Bitten nach Strom wurde erfüllt. Ein schmutziges Kabel, das quer durch eine Pizzeria verlief und worüber Gäste und Bedienung galant hinwegstiegen, hatten wir ebenso vorgefunden, wie den Tankstellenpächter, der sogar seine Mikrowelle anwarf, um uns zu verköstigen. Dass die Ressourcen knapper werden, scheint sich herumgesprochen zu haben
– auch wenn wohl die wenigsten bald auf Elektroautos umsteigen, sofern Benzin nicht wesentlich teurer wird.
Schlussendlich: Mit dem Elektromobil unterwegs zu sein, ist zumindest derzeit und mit den Produkten, die es auf dem Markt gibt, nichts für Eilige. Dafür aber für Menschen, die Lust auf Kontakte und Begegnungen haben. Die Frage, die wir vor nunmehr elf Tagen stellten, war: Taugen E-Mobile für Langstreckenfahrten? Die Antwort kennen wir nun: Nicht auf Dauer bei Temperaturen wie in diesem Jahr. Und auch dann nicht, wenn weite Strecken innerhalb kürzester Zeit zurückzulegen sind.
Aber das ewige Argument, E-Mobile sollten vor allem für die Stadt konzipiert werden, ist widerlegt. Schließlich haben wir unser Ziel, die Stadt Aachen, erreicht: in der Nacht vom 13. auf den 14. August, genau um Mitternacht. Als letzter verlässt uns Carlo Markulis, etwa 30 Kilometer vor der Kaiserstadt: Er wollte nach der anstrengenden Tour auf dem schnellsten Weg nach Hause. Von den einst acht gestarteten Autos mit 13 Insassen bleiben nach 1.800 Kilometern also übrig: Stephan Nagel und Oliver Klempert im CityStromer sowie die beiden CityEl mit Familie
Neh.
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