6. Tag: von Erlangen nach Lichtenberg

 

© Oliver Klempert

On the road again: Am sechsten Tag ging es durchs malerische Örtchen Bad Staffelstein. Auch der weiße VW CityStromer ist jetzt wieder dabei.

 

Wir waren schwimmen – im Pool von Roland Reichel, dem Vorsitzenden des Bundesverbandes Solarmobil in Reifenberg bei Erlangen. Wir saßen im Biergarten - und wir schliefen in richtigen Betten. Die Tour soll schließlich eine Tour sein, keine »Tortur«. Was eben noch schier unerträglich war - zum Beispiel 45 Grad Hitze im Twike vor gerade zwei Tagen –, wird schon in kleine Geschichten verpackt, und die Erinnerungen sorgen für Erheiterung. Auch der VW Golf CityStromer ist wieder da. Besitzer Stephan Nagel hat die Freizeit genutzt, um ins 200 Kilometer entfernte Rödermark zurückzukehren, das defekte Ladegerät zu reparieren und mit dem Wagen zum Team aufzuschließen. 

Und alles wäre prima – nicht nur die E-Mobile sind aufgetankt, auch unsere körpereigenen Batterien sind wieder voll, schließlich warten noch 1.200 Kilometer auf uns –, wenn nicht bereits nach 500 Metern für Manfred Elwing vorläufig Schluss wäre. Es ist Freitag früh kurz nach acht Uhr. Der Motor von seinem Twike läuft zwar noch, aber es wird keine Kraft mehr übertragen. Es muss zurückgeschleppt werden, zurück zum Haus von Roland Reichel. Bis zum späten Abend wird nicht klar sein, ob er uns folgen kann, denn Berndt Kürten vom Elektromobil-Center aus Nürnberg wird erst zur Besichtigung kommen, wenn dieser Bericht abgeschickt ist. So viel scheint aber klar: Das Getriebe ist hinüber.

 
 

©  Oliver Klempert

Ladestopp in Bamberg: Hier wird ein Twike mit Sonnenstrom betankt.

Für die anderen geht es weiter, doch die Gruppe ist erheblich geschrumpft: Mit dabei sind nun noch die zwei CityEl von Familie Neh, das Twike mit Christopher Klump und Freundin Claudia, der Skoda Favorit mit Carlo Markulis und Begleiter Harry Ky sowie Organisator Stephan Nagel mit seiner Tochter Fenya im CityStromer. Dafür ist nun Dietrich Gärtner mit einem Citroen »Ax« zu uns gestoßen. Erst vor zwei Wochen hat sich der 68-Jährige das Elektrofahrzeug über Kontakte zum Bundesverband Solarmobil zugelegt und will nun bis nach Wolfsburg mitkommen.

Die heutige Etappe führt nach Saalburg in Thüringen und ist nur 150 Kilometer lang. Oberste Priorität ist nach den Erfahrungen der zurückliegenden Tage, eng beieinander zu bleiben – was bis auf den Ausfall von Elwings Twike ganz gut klappt. Auch die Ladehalte werden pünktlich erreicht.

Ich bin mit Dietrich Gärtner im Citroen unterwegs. An die Hitze haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Doch obwohl es sich in einem größeren Wagen als im Twike deutlich entspannter fährt, bleibt sie für die Akkus dennoch das größte Handicap. So muss Christopher Klump eine Pause einlegen, nachdem wir das bayerische und mittlerweile zum »Bad« ernannte Staffelstein mit Kloster Banz – bekannt durch das alljährliche Photovoltaik-Symposium - passiert haben: Die Temperatur seiner Stromspeicher liegt bei 51 Grad. Die anderen schaffen es immerhin bis nach Marktrodach, dem letzten Ladehalt bei der örtlichen Feuerwehr vor unserem heutigen Etappenziel. Dort streikt schließlich der CityEl von Harald Neh: Auch die Temperatur seiner Akkus liegt jenseits der 50 Grad. So wird, was eigentlich nur ein recht kurzer Standardhalt werden sollte, zum dreistündigen Warten. Aber: Mittlerweile kann uns so etwas kaum noch erschüttern.

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Oliver Klempert
© PHOTON, 8. August 2003
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