Zwei-Megawatt-Solarkraftwerk in Rheinland-Pfalz

17.12.2003: Im November starteten die Pfalzwerke AG und die RWE Schott Solar AG den Bau eines 2-Megawatt-Solarkraftwerks in Neustadt an der Weinstraße. Ende 2003 soll die rund acht Millionen Euro teure Anlage ans Netz gehen. 

 

© Pfalzsolar GmbH

Vor Wetterkapriolen gesichert: Jeweils zwölf Module werden auf einem Modultisch montiert und mit Gabionen verankert. 

 

Für die Planung und den Betrieb der Anlage gründeten die Partner ein Joint Venture, die Pfalzsolar GmbH i.G. mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße, an dem die Pfalzwerke und RWE Schott Solar jeweils mit 50 Prozent beteiligt sind. Dass sich ausgerechnet diese Partner für ein Joint Venture zusammengetan haben, ist kein Zufall: RWE ist mit 27 Prozent bei den Pfalzwerken beteiligt.

Das Solarkraftwerk wurde von RWE Schott Solar schlüsselfertig zu einem Festpreis gebaut und mit rund 7.000 Modulen der Serie ASE-300-DG ausgestattet. Die Wechselrichter vom Typ Sunny Central 250 lieferte die Firma SMA. Die Aufständerung baute die Fürther GWU Solar GmbH. Sie nutzt dabei so genannte Gabionen, mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, die auch im Straßenbau üblich sind. Die Drahtkörbe halten durch ihr Gewicht ein Metallgestell mit jeweils zwölf Modulen. Eine Verankerung im Boden ist dadurch überflüssig. 

 
 

© GWU Solar GmbH

Natursteinkörbe statt Betonpfeiler: Das ist das Konzept des patentierten Aufständerungssystems von GWU Solar. 

»Das Solarkraftwerk ist eine Schlüsselinvestition für unseren Solarpark Flugplatz Lilienthal«, freut sich Thomas Hammann, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Neustadt an der Weinstraße. Im Jahr 2000 hatte die Gesellschaft das ehemalige Kasernenareal»Edon« in Lachen-Speyerdorf mit einer Fläche von fast 700.000 Quadratmeter gekauft. Darauf soll jetzt ein Gewerbepark mit einer Nutzfläche von 250.000 Quadratmetern für Firmen aus den Bereichen regenerativer Energien entstehen. 

Doch ein Solarpark braucht auch ein Solarkraftwerk, deshalb präsentierte Thomas Hammann verschiedenen Modulherstellern seine Idee für eine Großanlage. Fünf Investoren legten Angebote vor; den Zuschlag erhielt dann Pfalzsolar. Diese verkaufte wiederum 75 Prozent der Anlage an die Deutsche Solarkraftwerke Verwaltungs GmbH (DSK) in Fürth. Die übrigen 25 Prozent verwaltet und betreibt Pfalzsolar selbst. 

Die DSK wurde im März 2001 von der GWU als Schwesterunternehmen gegründet und bietet Anlagefonds mit Beteiligungsmöglichkeiten an Photovoltaikanlagen an. Für die Solarpark-Anlage offeriert die DSK den Neustädter Bürgern über die örtliche Commerzbank Anteile ab 20.000 Euro mit einer Rendite von 6,5 Prozent vor Steuern. Das Eigenkapital der Anleger stellt aber nur ein Viertel des Kapitalbedarfs. 75 Prozent des Kapitals wird über ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau beschafft. Erwartet wird ein Stromertrag von durchschnittlich 960 Kilowattstunden pro Kilowatt. 

Neben dem Solarkraftwerk in Neustadt soll Pfalzsolar noch weitere Projekte planen und bauen, allerdings nur im»Megawatt-Bereich«, wie RWE Schott Solar-Geschäftsführer Ralf Peters betont. 

Deutsche Solarkraftwerke Verwaltungs GmbH
Tel. 09 11 / 75 65 89-20 
www.dsk-beteiligungen.de

 

Harald Schäffler
© PHOTON, 2003
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