Spatenstich für Frankens größte Solaranlage 

Mit einem Spatenstich hat der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung Anfang Oktober symbolisch den Startschuss zum Bau der größten Solarstromanlage in Franken gegeben. Auf dem rekultivierten Atzenhofer Müllberg in Fürth werden bis Ende des Jahres auf einer Fläche von fast zwei Hektar 7.200 Sharp-Solarmodule errichtet.  

 

© Stadt Fürth – Umweltplanung

Vom Müllberg zum Energieberg: Oberbürgermeister Thomas Jung vor dem Spatenstich für Frankens größte Solarstromanlage.

 

Wegen des ungewöhnlichen Untergrundes fasst man die Module zu etwa 400 Modultischen zusammen, die mit Hilfe von Betonsockeln am Südhang der Mülldeponie im Boden verankert werden. Eine Tischhöhe von 1,60 Metern, Lücken zwischen den Modulen und die Einsaat von Schatten liebenden Grassorten sollen eine Erosion der Deponieabdeckung verhindern. 

Die Bauarbeiten führt die ortsansässige GWU Solar GmbH durch. Auch die Wechselrichter wurden vor Ort gebaut, im Fürther Werk der Firma Siemens. 
Von den Modulen mit einer Leistung von insgesamt einem Megawatt erwarten die Betreiber jährlich etwa 950.000 Kilowattstunden Strom, der nach EEG vergütet werden soll. 

Das Finanzierungskonzept entwickelte der Bremer Finanzdienstleister WPD Regenerative Energien GmbH. Zwei Drittel der Investitionskosten in Höhe von 4,65 Millionen Euro steuerte die Sparkasse Fürth über zinsgünstige Darlehen bei. Das restliche Drittel, das als Eigenkapital erforderlich ist, soll über einen Bürgerbeteiligungsfonds eingeworben werden. Das Beteiligungsangebot der Sparkasse Fürth, das sich an die Fürther Bürgerinnen und Bürger richtet, verspricht eine Rendite von 4,5 Prozent vor Steuern. Die ersten Anleger gibt es schon: 500.000 Euro stammen von der Stadt Fürth, 50.000 Euro der Energieversorger Infra Fürth GmbH. Sparkassendirektor Rainer Heller gab bekannt, dass man von den verbleibenden eine Millionen Euro Eigenkapital bereits die Hälfte beisammen habe. 

Die Geschäftsführung der Anlage liegt bei der Bremer WPD Verwaltungsgesellschaft mbH, als Betreiber fungiert eine von der WPD gegründete GmbH & Co. KG. Die Inbetriebnahme ist spätestens für Dezember 2003 geplant. Für Oberbürgermeister Jung ist die Anlage schon jetzt ein Aushängeschild: »Mit dem neuen Wahrzeichen der Stadt Fürth geht für mich ein persönlicher Traum in Erfüllung.«  

 

Harald Schäffler
© PHOTON, 1. Oktober 2003
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