Flabeg Solar stellt Insolvenzantrag

Am 21. Februar hat der Gelsenkirchener Modulhersteller Flabeg Solar International GmbH beim Amtsgericht Essen einen Insolvenzantrag gestellt. Selbstständig könne sich das Unternehmen derzeit nicht behaupten, erklärt die Mutterfirma Flabeg GmbH – und einen Partner habe Flabeg Solar trotz »mehrerer Aktivitäten« nicht gefunden.

 

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Verlässt das sinkende Schiff: Während sein Nachfolger den Insolvenzantrag stellt, bereitet sich der ehemalige Geschäftsführer von Flabeg Solar, Joachim Benemann, auf den Ruhestand vor.

 

Die Flabeg GmbH erklärt den Gang zum Insolvenzgericht mit »deutlichen Überkapazitäten« – was an die Begründungen von Shell Solar und BP Solar erinnert, die Ende letzten Jahres Modulfabriken geschlossen haben. In einer Pressemitteilung vom 21. Februar wird bedauert, dass sich die insolvente Tochter »in diesem ausgesprochen hart umkämpften Markt nicht erfolgreich behaupten« konnte. Bedingt durch das »verstärkte Auftreten vor allem japanischer Anbieter« würden die Modulpreise fallen, so dass sie derzeit ein Niveau erreicht hätten, das »unter den Materialkosten« liege.

SolarWorld-Vorstandsvorsitzender Frank Asbeck, dem immer wieder Interesse an einer Übernahme von Flabeg Solar nachgesagt wird, sieht die Gründe dagegen woanders. »Von Anfang an« sei die neue, hoch automatisierte Modulproduktion in Gelsenkirchen »ein totgeborenes Kind« gewesen, erklärt er. Sie sei für eine Produktionslinie nicht nur zu klein ausgelegt worden, sondern habe auch einen zu geringen Durchsatz gehabt. An Investitionen zur Rettung der Produktionsstätte denkt Asbeck daher nicht: »Wir sind auf keinen Fall am Standort Gelsenkirchen interessiert.«

Nach Meinung von Frank Asbeck müssen Produktionsanlagen eine Kapazität von 30 Megawatt aufweisen, um konkurrenzfähig zu sein. Dieser Wert wurde von Flabeg jedoch deutlich unterschritten. Die Kapazität der erst vor einem Jahr in Betrieb genommenen Anlage betrug nur zehn Megawatt, die zudem bei weitem nicht ausgereizt wurde. Laut Oussama Chehab von Flabeg Solar produzierte man 2002 nur 2,5 Megawatt Solarmodule – geplant waren 7,8 Megawatt. Für 2003 hatte Chehab noch Ende November mit acht Megawatt gerechnet.

Flabeg Solar ist eine von insgesamt 20 Tochtergesellschaften der Flabeg-Gruppe. Auf die anderen Firmen habe das Insolvenzverfahren »durch das hohe Maß an rechtlicher und finanzieller Unabhängigkeit« keine Auswirkungen, ist man bei der Flabeg GmbH überzeugt. Hoffnung für die Mehrzahl der rund 100 Mitarbeiter der Flabeg Solar besteht allerdings nur noch, wenn der Insolvenzverwalter einen neuen Investor findet. Doch der müsste nicht nur an der Modulfabrik in Gelsenkirchen Gefallen finden, sondern auch bereit sein, die finanziellen Risiken durch frühere Materialfehler bei den Flabeg´schen Sondermodulen zu übernehmen.

 

Iris Krampitz
© PHOTON, 23. Februar 2003
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