Shell Solar schließt Modulfabriken

Am 24. Oktober gab die Firma Shell Solar bekannt, dass sie ihre Modulfabriken in Helmond (Niederlande) und in München wegen Überkapazitäten schließen wird. Künftig sollen Solarmodule nur noch in Portugal und Amerika produziert werden. 170 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze.

 

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Nicht wirtschaftlich: Shell schließt seine Solarfabrik im niederländischen Helmond.

 

Unternehmenssprecher Michael Henne erklärt die Entscheidung zum Stellenabbau mit der schlechten Marktlage: »Wir haben wie alle Wettbewerber in der Photovoltaikbranche Überkapazitäten, und die müssen wir abbauen.« In München produzieren derzeit 20 Mitarbeiter Solarmodule in einer halbautomatisierten Fertigung mit einer Gesamtkapazität von acht Megawatt. In Helmond gibt es eine Fertigung für Solarmodule mit einer Kapazität von 24 Megawatt. Durch die geplante Umstrukturierung verlieren hier 150 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze.

»Wir haben unsere kostenintensivsten Fertigungsstätten geschlossen«, berichtet Henne. Damit Shell wie geplant ab 2005 schwarze Zahlen schreibt, sei dieser Schritt nötig. Dies ist jedoch nicht als Rückzug aus der Solarbranche zu werten: Unverändert bleibt der Plan, in Windkraft und Photovoltaik zwischen 2000 und 2005 mindestens eine halbe, möglicherweise sogar eine Milliarde Dollar zu investieren.

 
 

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Flagge zeigen: Der Abbau von Fertigungskapazitäten bedeutet für Shell keinen Rückzug aus der Solarbranche.

Doch es gibt auch einen Lichtblick für die betroffenen Mitarbeiter. Shell Solar ist Teil von Shell Renewables, deren Zentrale in Amsterdam sitzt, der Vertrieb für den deutschsprachigen Raum wird jedoch von München aus gelenkt. Mit der Umstrukturierung soll München nun Marketing- und Vertriebsschwerpunkt für Europa, den mittleren Osten und Nordafrika werden und erfährt damit »eine deutliche Aufwertung«, so Henne.

Diese liefert dann auch zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten: Henne geht davon aus, dass die derzeitige Mitarbeiterzahl in München von 90 Personen auch ohne die Modulproduktion erhalten bleibt. Es liefen bereits Gespräche, einzelne Mitarbeiter aus Helmond zu übernehmen. Denn in den Niederlanden wird der gesamte Standort geschlossen; somit verlieren auch Vertriebspersonal und Ingenieure ihre Jobs.

Ob die Produktionskapazität für Solarmodule von 150 Megawatt, die Shell-Solar-Geschäftsführer Philippe de Renzy-Martin noch Anfang des Jahres für 2007 anpeilte, auch tatsächlich erreicht wird, ist nach den neuen Plänen ungewiss. Bei dieser Angabe ging Shell Solar von einem jährlichen Marktwachstum von 25 Prozent aus. Da man für die nächsten zwei bis drei Jahre jetzt nur noch mit einem durchschnittlichen Wachstum von 15 Prozent rechnet, bezweifelt Unternehmenssprecher Henne, dass dieser Wert erreicht wird.

 

Iris Krampitz
© PHOTON, 25. Oktober 2002
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