BP Solar schließt Dünnschicht-Modulfabriken

BP Solar gab am 21. November bekannt, die beiden Produktionsstätten für Dünnschicht-Module in Amerika zu schließen. Die derzeitige Kapazität für kristalline Solarzellen und Module von rund 60 Megawatt soll dagegen bis Ende 2003 verdoppelt werden.

 

© BP p.l.c.

»Beyond Petrol«: Mit dem Slogan »Nach dem Erdöl« hatte BP vor zwei Jahren sein neues Logo eingeführt. Die stilisierte Sonne steht künftig jedoch nur noch für kristalline Solartechnik – aus dem Dünnschicht-Geschäft will man sich schnellstmöglich verabschieden.

 

Damit ist BP Solar nach Shell Solar innerhalb eines Monats der zweite Ölkonzern, der seine Solaraktivitäten mit Verweis auf die schlechte Marktlage zurückschraubt: »Mangelnde Nachfrage nach Dünnschicht-Modulen erlauben keine weiteren Investitionen in diese Techniken«, begründet Harry Shimp den Schritt. Der Präsident und Geschäftsführer von BP Solar hält die solare Dünnschicht-Technik zwar auch weiterhin für eine technisch interessante Option, Kunden würden jedoch Module aus kristallinem Silizium vorziehen. Deshalb wolle man sich künftig auf die Produktion mono- und polykristalliner Solarzellen und Module beschränken. Diese werden derzeit an Standorten in den USA, Spanien, Indien und Australien mit einer Gesamtkapazität von rund 60 Megawatt hergestellt.

Geschlossen beziehungsweise verkauft werden die 10-Megawatt-Pilotanlage für Module aus Cadmium-Tellurid in Fairfield (Kalifornien) und die Fabrik für amorphe Solarmodule in Toano (Virginia). In Kalifornien hatte man seit der Inbetriebnahme im Jahr 2001 ohnehin wenig Freude an der neuartigen Solartechnik. Gerade zwei Megawatt dieser Cadmium-Tellurid-Module wurden hergestellt. Der Standort soll jetzt zu einem Lager- und Vertriebszentrum umgebaut werden. 100 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze.

 
 

©  BP Solar Australia Pty Ltd.

Hier wird expandiert: Die Kapazität der australischen Zell- und Modulfabrik in Sydney erhöht BP Solar derzeit auf 35 Megawatt – gegenüber 2001 bedeutet dies eine Verdreifachung.

Für die Modulfabrik in Toano sucht BP Solar dagegen noch nach einem Investor. Dort können Module aus amorphem Silizium mit einer Kapazität von zehn Megawatt hergestellt werden. Auch diese Produktionslinie wurde bei weitem nicht ausgelastet. Zwischen sechs und sieben Megawatt seien es in diesem Jahr gewesen, schätzt Bill Rever von BP Solar. Findet sich bis Jahresende ein Käufer, will das Unternehmen sich auf 15 Entlassungen beschränken, denn das angegliederte Technologiezentrum wird auf jeden Fall geschlossen. Ansonsten verlieren 160 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze. Über mögliche Investoren wollte sich Unternehmenssprecher Ronny Chattell noch nicht äußern: »Wir kommentieren derartige Diskussionen erst, wenn sie abgeschlossen sind.«

Für Harry Shimp ist die Konzentration auf kristalline Solartechnik ein notwendiger Schritt, »damit die Umsätze weiterhin um jährlich etwa 30 Prozent wachsen«. Diese Technik mache bereits heute mehr als 85 Prozent von BP Solars Produktionskapazität aus, weshalb man hier investieren und expandieren werde: Bis Ende 2003 will das Unternehmen seine Gesamtkapazität auf 120 Megawatt verdoppeln.

 

Iris Krampitz
© PHOTON, 22. November 2002
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