Bekaert eröffnet größte Fabrik für Dünnschicht-Zellen

Der amerikanische Modulhersteller United Solar Systems Corp. hat seine neue Fabrik in Auburn Hills, Michigan/USA, in Betrieb genommen. Das am 24. Juni eingeweihte Gebäude erstreckt sich über eine Fläche von 15.000 Quadratmeter und beherbergt die weltweit größte Produktionslinie zur Herstellung von Dünnschicht-Zellen.

© BESS Europe

Versechsfachung der Produktionskapazität: Mit der neuen Produktionslinie will United Solar künftig 30 Megawatt amorphe Solarmodule herstellen. Ein Mitarbeiter betrachtet hier die Metallfolie, auf die drei photovoltaisch aktive Schichten aufgebracht werden, aus denen dann die ausschließlich von United Solar produzierten Triple-Solarzellen entstehen.

Die ursprünglichen Pläne sahen eine Kapazität von 25 Megawatt pro Jahr vor. »Aber mit all den Verbesserungen, die wir hinzugefügt haben, glauben wir, dass wir 30 Megawatt produzieren«, schätzt Subhendu Guha, Präsident von United Solar. Guha lehnte jedoch detaillierte Angaben zur Startphase ab: »Ich will mir nicht in die Karten schauen lassen.« Fest stehe immerhin, dass das Unternehmen in diesem Jahr einige erste Auslieferungen vornehmen werde, um »im nächsten Jahr voll aufzudrehen« - je nach Nachfrage des Marktes. Guha versichert, dass »fast alle« technischen Probleme gelöst seien und hofft, den Wirkungsgrad der Solarzellen von 7,5 auf 8,5 Prozent steigern zu können.

United Solar ist ein Joint Venture zwischen Energy Conversion Devices Inc. (ECD) und dem belgischen Metallverarbeitungsunternehmen N.V. Bekaert S.A. - so wurden die Produktionsmaschinen denn auch größtenteils von ECD entworfen und für 55 Millionen Dollar hergestellt. Die Roll-to-Roll-Fertigungsstraße könne sechs Rollen rostfreien Stahls von je 35,6 Zentimetern Breite und 2,4 Kilometern Länge aufnehmen und so in drei Tagen 14,4 Kilometer amorphe Siliziumzellen in Dreischicht-Technologie herstellen, erklärt Guha.

United Solar besitzt bereits eine 5-Megawatt-Fabrik für amorphe Solarzellen im rund 20 Kilometer entfernten Städtchen Troy und eine kleine Modulfabrik (die Kapazität liegt zwischen vier und fünf Megawatt) im benachbarten Mexiko. Laut Guy Haemers, Vorstandsvorsitzender von Bekaert ECD Solar Systems (BESS, ein Joint Venture von Uni Solar und Bekaert) und Vizepräsident der N.V. Bekaert, sucht das Unternehmen nach Wegen, um den Absatz in Europa zu erhöhen. In Deutschland finden sich die amorphen Solarzellen von United Solar beispielsweise in den Solarmodulen von Thyssen und Alwitra, die jedoch bisher erst kleinere Mengen verkauft haben. »Wir erwarten, dass wir mit der Inbetriebnahme der neuen Produktionsanlage einen größeren Marktanteil erobern.«

 

Anne Kreutzmann
© PHOTON, 25. Juli 2002
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