Siemens elektrifiziert Dörfer in Afrika

Siemens Solar ist zwar von Shell übernommen worden, doch die Siemens AG verdient weiter an der Technik. Der Unternehmensbereich Power Transmission and Distribution (PTD) mit Sitz in Erlangen soll bis Ende 2003 im westafrikanischen Küstenstaat Gabun 100 Dörfer mit Solartechnik ausstatten.

© Siemens AG

Solarstrom für Gabun: 100 Dörfer soll die Siemens AG bis 2003 elektrifizieren.

Das Auftragsvolumen beträgt rund 20 Millionen Euro. Mit der Installation der ersten Inselsysteme begann Siemens bereits im Herbst 2001, an die Öffentlichkeit ging das Unternehmen jedoch erst im Februar. Albin Schneider, Siemens-Bezirksdirektor für Amerika und Afrika, vermutet, dass der Verkauf von Siemens Solar an Shell der Grund für diese Verzögerung war.
Den Auftrag für die Elektrifizierung der Dörfer, die Hunderte von Kilometern über das ganze Land verstreut liegen, erteilte das staatliche Energieministerium in Gabun vor zwei Jahren. In jedem der ausgewählten Orte deckt künftig Solarstrom den Energiebedarf einer Schule und einer Krankenstation sowie von vier Straßenlampen und zwölf Wohnhäusern. Die Leistungen der Inselsysteme liegen zwischen 110 und 660 Watt.
Siemens liefert die Module, die nach dem Verkauf der Solar-Tochter künftig zugekauft werden müssen. Steca und Fronius produzieren die Laderegler, Wechselrichter und Batterien, die in einem Schaltschrank installiert werden. Der Import von Photovoltaikkomponenten nach Gabun ist laut Albin Schneider zollfrei. Trotzdem sei Siemens dort die »einzige aktive Firma« auf diesem Gebiet, an Solarstrom gebe es dort »fast nichts«.

 

Iris Krampitz
© PHOTON, 01. März 2002
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