
S.A.G.
übernimmt Sunlive
Die S.A.G. Solarstrom AG aus Freiburg baut ein eigenes Vertriebsnetz
nach dem Franchise-System auf. Grundstock wird die Sunlive Solarnetwork
aus Starzach bei Tübingen, an der sich S.A.G. zu 76 Prozent beteiligt.
24 Prozent verbleiben beim ehemaligen Inhaber Lothar Kuhn, der nun
Geschäftsführer des in »S.A.G. Solarstrom Franchise GmbH« umbenannten
Unternehmens ist.
Die Sunlive Solarnetwork ist gleichsam Nachfolge-Firma der Sunlive AG.
Das Unternehmen scheiterte Ende 1999 durch den von einem Aktionär
angestrengten Prozess, der eine bereits eingezahlte Kapitalerhöhung
verhinderte und alle Aktivitäten jahrelang lahmlegte. Inzwischen,
berichtet Lothar Kuhn, sei die Klage in letzter Instanz beim
Bundesverwaltungsgericht abgewiesen, doch »das ist jetzt natürlich zu
spät«.
Kuhn hatte bereits 1999 den Geschäftsbetrieb der Sunlive AG gekauft und
als Lothar Kuhn Solarnetwork weitergeführt. Am Markt trat die Firma als
Sunlive Solarnetwork auf, hatte aber wirtschaftlich mit der nach wie vor
bestehenden Sunlive AG nichts zu tun. Im letzten Jahr konnte die Zahl
der Partnerbetriebe stark erhöht werden, 69 sind nun am Netzwerk
beteiligt. Der Umsatz stieg um 400 Prozent auf 2,5 Millionen Euro.
Trotzdem, so Kuhn, fehlte es dem Unternehmen an einer
Wachstumsperspektive: »Wir hatten Null Kapital.« Als Partner schien ihm
die S.A.G. daher sehr gut geeignet. »Einerseits kannte ich die Leute
dort«, andererseits soll der hohe Bekanntheitsgrad des Freiburger
Unternehmens bei der Akquise neuer Franchise-Partner helfen: »Wir
erwarten einen hohen Zulauf an Handwerkern.«
Den wird es auch brauchen, wenn das etwas vollmundig verkündete Ziel
erreicht werden soll. Freudig verkündete man die Übernahme mit der
Schlagzeile »S.A.G.-Produkte erstmals bundesweit«. Davon aber ist das
Sunlive-Vertriebsnetz denn doch ein wenig entfernt, wie Lothar Kuhn
einräumt: »Es gibt schon noch einige weiße Flecken auf der Karte.«
Tatsächlich sitzt knapp die Hälfte der Sunlive-Partner in
Baden-Württemberg, während es in den Bundesländern Schleswig-Holstein,
Hamburg, Bremen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern,
Berlin und Saarland gar keine Vertreter gibt.
Das soll sich natürlich ändern. Mit dem neuen Vertriebsnetz, erklärt
Harald Schützeichel, Vorstand der S.A.G., wolle man auch die stark
nachgefragten Produkte Solarprivat, Solarkommunal, Solar-Unternehmen und
Solar-Rente vermarkten: »Der Start eines S.A.G.-Solarstrom
AG-Partnersystems war überfällig.«
Jochen Siemer
© PHOTON, 09. März 2002
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Solar Verlags
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