
Q-Cells expandiert
Die Q-Cells AG in Thalheim
bei Wolfen (Sachsen-Anhalt) plant weitere Produktionslinien für
Solarzellen. Eine zweite vollautomatische Anlage soll noch dieses Jahr
in einem Hallenneubau auf dem Firmengelände in Betrieb gehen. Doch
damit gibt sich der geschäftsführende Vorstand Reiner Lemoine noch
nicht zufrieden. »Wir bauen sie so auf, dass eine dritte Linie noch
dazukommen kann.« Diese soll dann auch gleich »im Anschluss« errichtet
werden.
Für die zweite Linie
rechnet Lemoine mit Investitionskosten in Höhe von 14 bis 15 Millionen
Euro. Diverse Zuschüsse sind beantragt, ein Förderbescheid aus der
Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe (GA) »Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur« sei »so gut wie sicher«, sagt Martin Becker, der
die Pressearbeit für Q-Cells übernimmt. Als Sachsen-Anhalts
Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) den Zell-Herstellern am 6.
März einen Besuch abstattete, hatte er den eigentlich erwarteten
Förderbescheid allerdings noch nicht dabei.
Im Rahmen der Werksbesichtigung präsentierte Q-Cells dem Landesvater
auch die neue Q6-Zelle, die im Sommer auf den Markt kommen soll. Mit
einer Kantenlänge von 150 Millimetern (6 Zoll) ist sie um 40 Prozent
leistungsfähiger als Standardzellen, deren Kanten nur 125 Millimeter
lang sind. Für das neue Format ist Q-Cells nach eigenen Angaben der
erste und einzige Produzent in Europa.
Damit Q6 schon in diesem Jahr einen Anteil am gesamten Volumen von 20
bis 40 Prozent erreichen kann, will Lemoine die Kapazität der ersten
Linie von derzeit 13 auf 17 Megawatt erhöhen; mit der zweiten Linie
soll dieser Wert dann verdoppelt werden.
In diesem Jahr will das 2000 gegründete Unternehmen über 18 Millionen
Euro umsetzen, der Umsatz für 2001 betrug eine Million Euro. Ein
Börsengang wird in ein bis zwei Jahren angestrebt.
Iris Krampitz
© PHOTON, 10. März 2002
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