Q-Cells expandiert

Die Q-Cells AG in Thalheim bei Wolfen (Sachsen-Anhalt) plant weitere Produktionslinien für Solarzellen. Eine zweite vollautomatische Anlage soll noch dieses Jahr in einem Hallenneubau auf dem Firmengelände in Betrieb gehen. Doch damit gibt sich der geschäftsführende Vorstand Reiner Lemoine noch nicht zufrieden. »Wir bauen sie so auf, dass eine dritte Linie noch dazukommen kann.« Diese soll dann auch gleich »im Anschluss« errichtet werden.

© Q-Cells

Reinhard Höppner, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, besichtigte am 6. März die Q-Cells AG von Reiner Lemoine und Anton Milner (von links). Den erwarteten Förderbescheid hatte er jedoch nicht dabei.

Für die zweite Linie rechnet Lemoine mit Investitionskosten in Höhe von 14 bis 15 Millionen Euro. Diverse Zuschüsse sind beantragt, ein Förderbescheid aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe (GA) »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« sei »so gut wie sicher«, sagt Martin Becker, der die Pressearbeit für Q-Cells übernimmt. Als Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) den Zell-Herstellern am 6. März einen Besuch abstattete, hatte er den eigentlich erwarteten Förderbescheid allerdings noch nicht dabei.
Im Rahmen der Werksbesichtigung präsentierte Q-Cells dem Landesvater auch die neue Q6-Zelle, die im Sommer auf den Markt kommen soll. Mit einer Kantenlänge von 150 Millimetern (6 Zoll) ist sie um 40 Prozent leistungsfähiger als Standardzellen, deren Kanten nur 125 Millimeter lang sind. Für das neue Format ist Q-Cells nach eigenen Angaben der erste und einzige Produzent in Europa.
Damit Q6 schon in diesem Jahr einen Anteil am gesamten Volumen von 20 bis 40 Prozent erreichen kann, will Lemoine die Kapazität der ersten Linie von derzeit 13 auf 17 Megawatt erhöhen; mit der zweiten Linie soll dieser Wert dann verdoppelt werden.
In diesem Jahr will das 2000 gegründete Unternehmen über 18 Millionen Euro umsetzen, der Umsatz für 2001 betrug eine Million Euro. Ein Börsengang wird in ein bis zwei Jahren angestrebt.

Iris Krampitz
© PHOTON, 10. März 2002
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