
Kapitalerhöhung
abgebrochen: S.A.G. will weg von Großkraftwerken
Die S.A.G. plant
eine grundlegende Umstrukturierung. Der Betrieb eigener
Solarkraftwerke soll künftig nicht mehr den Schwerpunkt der
Geschäftstätigkeit bilden.
Bisher war das
Hauptgeschäftsfeld der Freiburger S.A.G. Solarstrom AG der Bau und
Betrieb von großen Solarstromanlagen. Vorfinanziert wurden die
Kraftwerke auf Dächern großer Unternehmen, wie beispielsweise der
Baumarktkette Obi, durch die Aktionäre der börsennotierten AG. Sie
refinanzierten sich durch den Verkauf des Solarstroms an den
örtlichen Netzbetreiber. Damit ist jetzt Schluss: »Von der S.A.G.
vorfinanzierte große Solarkraftwerke wird es nicht mehr geben«,
erklärt Pressesprecher York Ditfurth. Die Obi zugesagten rund 20
Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von einem Megawatt wolle man
jedoch noch fertigstellen.
Da keine weiteren
Großkraftwerke vorfinanziert werden, sei auch die laufende
Kapitalerhöhung nicht mehr in vollem Umfang notwendig, so Ditfurth.
Ursprünglich wollte man bis Ende Oktober rund 150 Millionen Mark
einnehmen und die Kapiteldecke von rund 18 Millionen Euro deutlich
aufstocken. Die Kapitalerhöhung wird nun Ende Juli abgebrochen. Bis
dahin erwarte man 45 Millionen Mark, also nur ein Drittel des
geplanten Betrages. Für die Umstrukturierung und Neuorientierung der
S.A.G. sei das ausreichend.
Mit dem Geld will
man international expandieren, vor allem nach Spanien, USA und
Marokko. In Deutschland soll das S.A.G.-Niederlassungsnetz durch
weitere Übernahmen wachsen, um Flächen deckend Anlagen installieren
zu können, die von den Kunden finanziert und betrieben werden.
Ein weiteres
Geschäftsfeld bleibt die Verwaltung der bereits bestehenden
Kraftwerke. Die Solarstromanlagen haben eine Gesamtleistung von 3,6
Megawatt und garantieren Einnahmen von rund 3,5 Millionen Mark im
Jahr. Daneben will man sich auch außerhalb der Photovoltaik ein
Standbein schaffen und sich an einem Biomasse-Kraftwerk beteiligen.
Auch im Bereich Dienstleistungen will sich die S.A.G. verstärkt
engagieren. Als erstes Projekt wurde im Mai die Kooperation mit der
Schweizer Meteomedia GmbH bekannt, der Firma des Fernsehwetterfrosches
Jörg Kachelmann. Mit dem neuen Konzept hofft man im laufenden
Geschäftsjahr erstmals ein positives Ergebnis zu erwirtschaften.
Die S.A.G.
Solarstrom AG nannte Mitte Juli die Umsatzzahlen und das Ergebnis für
das mit April 2001 abgelaufene Geschäftsjahr: Der (konsolidierte)
Umsatz stieg um knapp 300 Prozent auf rund fünf Millionen Mark, das
Ergebnis nach Steuern war mit einem Minus von 3,02 Millionen Mark
nicht ganz so negativ wie erwartet (3,05 Millionen Mark). Das
Umsatzziel von 3,45 Millionen Mark wurde nicht zuletzt durch die
Vergütung des EEG übertroffen. Die Zahlen werden auf einer
Bilanzpressekonferenz im August vorgestellt.
Anne
Kreutzmann,
Max Deml
© PHOTON, 20. Juli 2001
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