Neuheiten auf der Hannover Messe

Die Fachausstellung »Energy« der Hannover Messe vom 23. bis 28. April bot wieder zahlreiche Anregungen und Informationen für die an regenerativen Energien interessierten Besucher. Wir nennen einige Höhepunkte.

© Solar Verlag

Der wohl attraktivste Stand im Bereich Solartechnik stammte von der Firma Sunset. An der Frontseite sieht man Module des japanischen Herstellers Kaneka, die Sunset jetzt als eine der ersten Firmen in Deutschland anbietet.

Der Stand der Berliner Firma Solarc war recht bescheiden. Eine Vitrine, ein Tisch, Stühle - fertig. Wer sich für neue Anwendungen im Bereich Photovoltaik interessierte, konnte hier allerdings Stunden verbringen. So wurden allein drei neue Produkte präsentiert. Als großen Bruder des Milchaufschäumers »SolLait« gibt es jetzt einen Solarmixer - falls mal etwas mehr Power nötig ist, beispielsweise zum Teig kneten. Doch bevor der Mixer in den Handel kommt, muss zunächst ein Produktionspartner gefunden werden. Oliver Lang, Geschäftsführer von Solarc, hat aber keine Bedenken, eine interessierte Firma zu finden. Von »SolLait« wurden bisher immerhin 80.000 Exemplare verkauft – und ein Ende ist nicht in Sicht.

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Die Berliner Firma Solarc präsentierte zahlreiche Ideen für neue Anwendungsbereiche - jetzt fehlen nur noch Industriepartner.

Auch für die solare Fahrradleuchte wird noch ein Partner gesucht. Sie besteht aus einer Lampe, einem Akku sowie einen Netzadapter. Die Energie liefert ein kleines Solarmodul mit kristallinen Siliziumsolarzellen. Über den Netzadapter lässt sich aber auch eine andere Stromquelle anschließen, wie beispielsweise der Fahrraddynamo. Allein lassen sollte man die Lampe im Dunkeln aber lieber nicht, denn der »Will-ich-haben«-Effekt ist groß. Das Gerät sieht edel aus und wird etwa 130 Mark kosten.

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Die Schweizer Firma VHF demonstrierte die Belastbarkeit ihrer Module aus amorphem Silizium mittels eines Rollos.

Interessant für Firmen aus dem Bereich Telematik ist eine solarbetriebene Standortkontrolle, wie sie Paketdienste benötigen, um festzustellen, wo sich ihre Fahrzeuge gerade befinden. Hier hat Solarc einen GPS-Empfänger mit einem Solarmodul kombiniert. Die Produktion der ersten 10.000 Stück soll in Kürze anlaufen. Oliver Lang sieht seine Firma in erster Linie als Dienstleister, weniger als Produktionsbetrieb. Deshalb möchte er auch für ältere Solarc-Produkte wie das solarbetriebene Globalstrahlungsmessgerät MacSolar oder den Akkulader Scotty Firmen finden, die diese Produkte produzieren und vermarkten. »Solarc ist dann nur noch Lizenzgeber«, so Lang. Statt um die schnöde Vermarktung kann sich der diplomierte Physiker dann wieder verstärkt um neue Entwicklungen kümmern, wie zum Beispiel in Kleidungsstücke integrierte Solarmodule. Hier gibt es ein Gemeinschaftsprojekt mit der Schweizer Firma VHF, die ebenfalls auf der Hannover Messe vertreten war.

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Der niederländische Wechselrichterhersteller Mastervolt präsentierte die ersten Geräte der neuen »QS-Serie«, die ab Mitte der Jahres erhältlich sein sollen.

VHF-Technologies ist ein Start-Up-Unternehmen dreier Studenten der Universität Neuchâtel, die unter Professor Arvind Shah an amorphem Silizium geforscht haben. Ihre Ergebnisse wollten die Jungforscher aber nicht etablierten Firmen überlassen, sondern lieber selbst vermarkten. Die im Februar letzten Jahres gegründete Firma bietet jetzt erste Produkte an: kleine amorphe Solarzellen, die nach Kundenwünschen zum Beispiel für Uhren gefertigt werden. Oder eben für Kleidungsstücke. Auf der Messe demonstrierte VHF die enorme Belastbarkeit ihrer Module. Ein von Scheinwerfern bestrahltes Rollo, auf dem drei Module aufgeklebt waren, wurde kontinuierlich auf- und wieder abgerollt, ohne dass die Solarzellen auch nur die Spur von Falten zeigten. Jede kristalline Solarzelle wäre schon beim ersten derartigen Versuch zersplittert. Insofern besteht gewisse Hoffnung, dass die von Solarc, VHF und einem Bekleidungshersteller entwickelten Jacken auch den Schleudergang einer Waschmaschine überleben.

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Neu im Wechselrichtergeschäft ist die Firma EAI Elektro- und Automatisierungs GmbH, die sich auf dreiphasige Geräte spezialisiert hat.

Für den Häuslebauer interessant waren vor allem die Stände der Modulhersteller, Wechselrichteranbieter und Solarinstallateure. Am Stand der Konstanzer Sunways AG war ein Modul mit transparenten Solarzellen aus eigener Produktion zu sehen, das jetzt als Standardmodul von der Stange erhältlich sein soll. Produziert wird es von der Solon AG, die ebenfalls einen Stand buchte. Unter den Wechselrichterherstellern hatte Mastervolt die Muster der neuen QS-Serie dabei, die ab Juni auf den Markt kommen. Die beiden ersten Typen »Sunmaster 1200« und »Sunmaster 3200« sind für Anlagen im Leistungsbereich von etwa einem Kilowatt beziehungsweise zwei bis drei Kilowatt gedacht. Außerdem soll der modulintegrierte Wechselrichter Sunmaster 130 durch das Nachfolgemodell Soladin abgelöst werden. Neben Mastervolt gab es noch zwei weitere Wechselrichterhersteller mit Neuheiten. So hatte beispielsweise die Firma Borsig Solar GmbH, Oberhausen, ihren neuen Wechselrichter NEG 500 ausgestellt, der insbesondere für Anlagen mit Dünnschichtmodulen konzipiert wurde. Ebenfalls präsent war die noch wenig bekannte EAI Elektro- und Automatisierungstechnik GmbH aus Ilsenburg bei Salzgitter/Niedersachsen, die mit einem dreiphasigen Solarwechselrichter auf den Markt will.

Insgesamt waren rund 40 Firmen aus der Solarbranche vertreten. Wie viele der knapp 260.000 Besucher diesen etwa ein Prozent aller Stände Beachtung schenkten, lässt sich nur schwer einschätzen. Die Aussteller waren jedoch recht zufrieden.

Anne Kreutzmann
© PHOTON, 28. April 2001
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