
Solarkabel: MIL-Kabel-Systems macht Radox Konkurrenz
20.11.2003: Die MIL-Kabel-Systems GmbH in Aalen ist ein Anbieter von Spezialkabeln sowohl im industriellen als auch im militärischen Bereich. Seit Oktober vertreibt er unter dem Namen
»MIL-Solarkabel-HV« auch ein spezielles Produkt für die Installation von Solarstromanlagen.
Das »MIL-Solarkabel-HV«
soll alle Anforderungen an ein langlebiges Solarkabel erfüllen und könnte so dem bisherigen Marktführer unter den Solarkabeln, dem Radox-Solarkabel der Firma Huber+Suhner, durchaus Konkurrenz machen. Die Kabel beider Firmen besitzen einen elektronenstrahlvernetzen Isolationsmantel und sind dadurch im Vergleich zu den sonst üblichen Kabeln besonders widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen, Temperatur- und Witterungseinflüsse sowie gegen Chemikalien wie beispielsweise Öle. Sie sind halogenfrei und erzeugen im Brandfall keine giftigen Gase. Verantwortlich hierfür ist die Elektronenstrahlvernetzung. Durch dieses Verfahren werden die Molekülketten des Kunststoffs punktuell miteinander
»verschweißt«. Die Ketten können dann beispielweise bei hohen Temperaturen nur schwer aneinander vorbeigleiten. Fest verlegt, ist das MIL-Solarkabel in einem Temperaturbereich von minus 40 bis plus 120 Grad Celsius einsatzfähig. Kann sich das Kabel frei bewegen, reicht der Einsatzbereich von minus 25 bis plus 90 Grad Celsius.
Der elektrische Leiter besteht bei beiden Kabeln aus Kupferdrähten, die entsprechend der Norm VDE 0295 / IEC 60228 Klasse 5 verzinnt werden. Das MIL-Solarkabel ist allerdings für eine hohe Spannung von 2.500 Volt ausgelegt. Das Radox-Solarkabel weist den gebräuchlicheren Wert von 1.000 Volt auf.
Vorteile gegenüber dem Radox-Kabel sieht der neue Anbieter insbesondere in den Eigenschaften der zweiten Isolationsschicht, dem Außenmantel. Dieser besteht aus halogenfreiem Polyamid mit einer besonders glatten Oberfläche. Dadurch soll das Kabel zum Beispiel in Kanälen und Rohren besser gleiten, so die Aalener Firma.
Auffällig ist der geringe Kabeldurchmesser. Bei einem Leitungsquerschnitt von vier Quadratmillimetern beträgt der Außendurchmesser gerade 4,5 Millimeter im Vergleich zu 5,8 Millimeter beim Radox-Solarkabel. Der Hersteller sieht hierin den Vorteil, dass das Kabel mit den üblichen Werkzeugen abgemantelt werden kann. Zudem wiegt es mit 51 Kilogramm pro Kilometer gut 20 Prozent weniger als das Konkurrenzprodukt. Mit rund 900 Euro pro Kilometer ist das MIL-Solarkabel etwa gleich teuer wie das von Huber+Suhner. Hinzu kommen allerdings die Kosten für die Spulen, die bei Huber+Suhner bereits enthalten sind, sowie ein Aufschlag bei hohen Kupferpreisen an der Börse.
Das Kabel wird – um den UV-Schutz nicht zu verringern – nur in der Farbe schwarz ausgeliefert. Die Kennzeichnung erfolgt durch aufgedruckte Plus- und Minus-Zeichen. Auf Kundenwunsch werden die Kabel mit den gängigen Steckersystemen konfektioniert.
www.mil-kabel-systems.com
Harald
Schäffler
© PHOTON, 2003
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Solar Verlags
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