Satellitengestützte Ertragsüberwachung

Shell Solar bietet als erstes Unternehmen in Deutschland die Nutzung der Meteosat-Wetterdaten zur Ertragsüberwachung an.

© Shell Solar

Satellitengestütze Ertragsüberwachung: Der Anlagenbetreiber teilt die Daten seiner Anlage mit und erfährt dann monatlich den zu erwartenden Solarstromertrag.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ist das Bedürfnis in Sachen Überwachung der Solaranlagenerträge stark gestiegen. Bei größeren Anlagen lohnt sich zusätzliche Messtechnik vor Ort, mit der die Anlagenfunktion kontinuierlich kontrolliert wird. Bei kleineren Anlagen, wie sie üblicherweise auf Hausdächern installiert werden, ist dieser Aufwand oft zu kostspielig. Hier setzt das von der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt PVSAT an. Der Name setzt sich zusammen aus den Abkürzungen für Photovoltaik (PV) und Satellit (SAT). PVSAT ist ein Verfahren, bei dem Bilder des Wettersatelliten Meteosat genutzt werden, um die solare Einstrahlung am Standort der zu überwachenden Solaranlage für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel einen Monat, zu berechnen.

Die Arbeit der mit der Projektkoordination betrauten Forscher am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme bestand nun darin, ein Rechenmodell zu entwickeln, mit dem der zu erwartende Anlagenertrag abgeschätzt werden kann. Hierbei müssen zahlreiche spezifische Anlagendaten und auch Informationen über die Umgebung der Anlage berücksichtigt werden. Die Daten über Aufbau, Neigung und Ausrichtung der Anlage, über mögliche Verschattungen und den Horizontverlauf werden dem Fraunhofer Institut vom Betreiber mitgeteilt. Mit dem Rechenmodell lässt sich dann ein zu erwartender Anlagenertrag berechnen, der vom Betreiber mit dem tatsächlichen Ertrag verglichen werden kann. Liegt dieser deutlich unter dem Erwartungswert, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Störung des reibungslosen Anlagenbetriebs vor.

Die einjährige Testphase ist im Mai dieses Jahres ausgelaufen. Es hat sich gezeigt, dass der Anlagenertrag in den meisten Monaten mit einer Abweichung von rund zehn Prozent vorhergesagt werden kann. Nur in den sonnenarmen Wintermonaten liegt der Fehler deutlich darüber. PVSAT ist also nicht geeignet, um leichtere Funktionsstörungen zu entdecken, der Ausfall eines kompletten Anlagenteils wird dagegen klar erkannt.

Nach dem Abschluss der Testphase kann das System jetzt in den teilnehmenden Ländern Schweiz, Deutschland und den Niederlanden von Nutzervereinigungen und kommerziellen Betreibern angeboten werden. In Deutschland hat sich die Firma Shell Solar Deutschland Vertrieb GmbH zu diesem Schritt entschlossen. Unter dem Markennamen »Sat Watch« können Besitzer von Shell-Solaranlagen die satellitengestütze Ertragsberechnung nutzen. Shell bietet diesen Service für Neukunden in den ersten 26 Monaten kostenlos an. Danach wird eine Gebühr erhoben, deren Höhe allerdings noch nicht fest steht.

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Anne Kreutzmann
© PHOTON, 10. Juni 2001
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