Schmutzschutz für Solaranlagen

Die Firma AET aus Sulzbach bei Saarbrücken bietet ein neuartiges »Putzmittel« für Solaranlagen an. 

© Sika

Auf einem mit »Nanosun« eingeriebenen Solarmodul bleibt weniger haften: Regentropfen perlen ab und nehmen Schmutz mit.

Die mit einem Schwamm aufzutragende Flüssigkeit basiert auf der Nanotechnologie, einem neuen Forschungszweig, der sich mit Strukturen im Bereich von wenigen millionstel Millimetern beschäftigt. Zu den ersten Anwendungen im Alltag, bei denen die Ergebnisse der Nanotechnologie zum Einsatz kamen, gehören beispielsweise Waschbecken (Firma Duravit) oder Dachziegel (Firma Erlus), an denen kein Schmutz mehr haften bleibt. In der Öffentlichkeit wurde diese Materialeigenschaft als »Lotus-Effekt« bekannt. Im Unterschied zu Waschbecken oder Dachziegeln gibt es jedoch noch keine Solarstromanlagen, die diese Antischmutz-Eigenschaft von Haus aus mitbringen. Hier setzt AET mit seinem Produkt »Nanosun« an. Die chemische Zusammensetzung wollte man bei AET nicht aufschlüsseln, es dürfte sich jedoch um eher harmlose Stoffe wie beispielsweise Silikate handeln, die auf der Solarmoduloberfläche eine anorganische Schicht bilden, auf der Wassertropfen abperlen und dabei vorhandene Schmutzpartikel mitnehmen. Derartige Lösungen werden in großen Mengen für Wiederverkäufer beispielsweise von Firmen wie der Nano-X GmbH aus Überherrn bei Saarbrücken für die Baustoff- und Automobilindustrie angeboten.

AET empfiehlt seine Antischmutz-Beschichtung für »Anlagen, die sehr großflächig sind, regelmäßig stark verschmutzen oder sich an schwer zugänglichen Orten befinden«. Über die Auswirkungen auf den Ertrag gibt es bisher noch keine Erfahrungen. Auch zu der Frage, wie oft die Beschichtung erneuert werden muss, kann Frank Becker von AET mangels Langzeiterfahrung mit dem neuen Produkt noch keine präzise Empfehlung geben. Eine jährliche Erneuerung hält er jedoch für sinnvoll, um den vollen Effekt zu erreichen. Die Flasche mit 100 Millilitern kostet 81,90 Mark und reicht für zehn Quadratmeter, also für etwa eine 1-kW-Anlage. Damit sich die Investition in »Nanosun« rechnet, müsste der Ertrag durch die Antischmutz-Beschichtung um gut zehn Prozent steigen. Das ist bei einer nur durchschnittlich verdreckten Anlage jedoch äußerst unwahrscheinlich.

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Anne Kreutzmann
© PHOTON, 23. Mai 2001
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