Aktionsbündnis Erneuerbare Energien präsentiert sich der Öffentlichkeit

Am 1. September hat das Aktionsbündnis Erneuerbare Energien in Berlin seine erste Erklärung unterzeichnet: In dem Papier »Aufbruch in eine neue Zeit – Chancen der erneuerbaren Energien nutzen« fordern die Bündnispartner den Ausbau von Wind– und Wasserkraft, Biomassenutzung, Geothermie und Solarenergie.

 

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Die Erstunterzeichner für das Aktionsbündnis Erneuerbare Energien (von links): Milan Nitzschke (BEE), Dietrich Klein (DBV), Irm Pontenagel (Eurosolar), Bodo Schwarz (BVMW), Georg Werckmeister (IG Metall).

 

»Es gibt gegensätzliche Interessen, aber auch Gemeinsamkeiten, und um eine solche handelt es sich hier.« Georg Werckmeister, Technologiereferent bei der IG Metall, hat kein Problem damit, dass seine Gewerkschaft mit Arbeitgeberverbänden ein Bündnis eingeht, wenn es der Förderung der erneuerbaren Energien dient. Umgekehrt sieht Bodo Schwarz, Geschäftsführer beim Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) gleichlautende Ziele für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Von einem weiteren Wachstum der Branche könnten schließlich beide Seiten profitieren. Die aktuelle energiepolitische Diskussion werde von der Regierung bislang an kleinen und mittleren Unternehmen vorbei »nur mit dem Kartell der Besitzstandswahrer« in den großen Energiekonzernen geführt. Und auch Dietrich Klein, der für den Deutschen Bauernverband (DBV) am 1. September in Berlin die erste Erklärung des Aktionsbündnisses unterzeichnete, sieht dringenden Bedarf für einen gesamtgesellschaftlichen »energiepolitischen Konsens« – und für die politischen Rahmenbedingungen, die seiner Klientel zum Beispiel mit der Produktion von Biodiesel Zukunftsperspektiven geben.

»Aufbruch in eine neue Zeit – Chancen der erneuerbaren Energien nutzen« lautet der vielversprechende Titel des Dokuments. Auf drei Seiten fordern die Bündnispartner, zu denen auch die – bei der Unterzeichnung nicht vertretene – Gewerkschaft Verdi sowie der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und Eurosolar gehören, die Wahrnehmung der Chancen, die ein Ausbau von Wind– und Wasserkraft, Biomassenutzung, Geothermie und Solarenergie in sich birgt: Chancen für »Innovations- und Technologieentwicklung«, für »neue und zukunftsfähige Arbeitsplätze«, für die Landwirtschaft, für Kleininvestoren, Mittelstand und kommunale Betriebe – und natürlich für den Klimaschutz.

Zwar hat das Bündnis eine eher lockere Organisationsform ohne Sekretariat oder ständige Vertreter, und bislang gibt es auch noch keine konkreten Pläne, wie man das gemeinsame Anliegen voranbringen will. Die bereits angekündigte Einbindung weiterer Mitstreiter wird aber wohl nicht schwer fallen, und schon das allein kann als Fortschritt gelten, meint Eurosolar-Geschäftsführerin Irm Pontenagel: »Ich hätte mir vor 15 Jahren, als Eurosolar gegründet wurde, nicht träumen lassen, dass wir heute ein solches Aktionsbündnis auf die Beine stellen.« 

 

Jochen Siemer
© PHOTON, 1. September 2003
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