
Haushaltssperre: EEG und
100.000-Dächer-Programm nicht betroffen
Die am Montagabend verkündete
Haushaltssperre hat keine Auswirkungen auf die Förderung von
Solaranlagen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder das
100.000-Dächer-Programm.
Die Solarbranche war
aufgeschreckt. »Ich habe gehört, die Förderprogramme sollen komplett
gestrichen werden«, so ein nervöser Mitarbeiter einer
Photovoltaik-Firma. Diese Befürchtungen treffen nicht zu. Zwar gilt
seit Montagabend die von Finanzminister Hans Eichel zur Finanzierung
der Hochwasserschäden ausgerufene Haushaltssperre, doch es gibt
Ausnahmen. »Das 100.000-Dächer-Programm ist von der Sperre
ausgenommen«, beruhigt Carsten Pfeiffer vom Büro des
Bundestagabgeordenten Hans-Josef Fell (Bündnis 90 / Die Grünen):
»Vollkommene Entwarnung, da braucht sich keiner drum zu kümmern.«
Seitens des Bundesfinanzministerium (BMF) gibt es noch keine
eindeutige Aussage. »Details werden in einem Rundschreiben in den
nächsten Tagen veröffentlicht«, so BMF-Sprecher Steffen Moritz. Würde
darin das 100.000-Dächer-Programm nicht explizit erwähnt, wäre
Pfeiffer immer noch nicht beunruhigt. Denn: »Die Kreditanstalt für
Wiederaufbau tritt in Vorleistung. Die Haushaltssperre würde sich
frühestens im nächsten Jahr bemerkbar machen, und dann ist sie längst
wieder aufgehoben.« Eine Nachfrage bei der KfW ergab, dass dort von
einer geplanten Aussetzung des 100.000-Dächer-Programms nichts bekannt
ist. Die Anträge werden wie gewohnt bewilligt.
Mehr Sorgen bereit Carsten Pfeiffer das Marktanreizprogramm zur
Förderung regenerativer Energien. Hier gilt ein Bewilligungsstopp, der
vor allem die Solarthermiebranche trifft. Photovoltaikanlagen werden
über das Programm praktisch nicht gefördert.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das eine erhöhte Vergütung für
Solarstrom garantiert, ist ebenfalls nicht betroffen, da zur
Finanzierung keine Haushaltsmittel benötigt werden. Die Vergütung wird
von den Stromnetzbetreibern vorgestreckt und anschließend auf die
Rechnungen aller Kunden umgelegt. »Einmal mehr zeigt sich, wie
dringlich die Ablösung haushaltsgekoppelter Förderprogramme ist,« ist
das Fazit von Carsten Körnig, Geschäftsführer der
Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS).
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