
Klima-Memorandum des
neuen Weltrates für Erneuerbare Energien
Gleichzeitig mit
der vorgezogenen Eröffnung der Bonner Klimakonferenz am 16. Juli
stellte der Weltrat für Erneuerbare Energien (World Council for
Renewable Energy) ein Memorandum zum Klimaschutz vor.
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Solar Verlag GmbH |
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Scheer, Sprecher des neu gegründeten Weltrates für
Erneuerbare Energien, hat genug von langwierigen
Verhandlungsprozessen und will endlich Taten sehen. |
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Die Pressekonferenz
dazu fand in den Bonner Räumen der europäischen
Solarenergievereinigung Eurosolar statt; Eurosolar-Präsident Hermann
Scheer ist zugleich Sprecher des Weltrates. Ziel sei, so Scheer, das
Kyoto-Protokoll von einer abstrakten Ausgangslage zu einem eher
praktischen und lösungsorientierten Ansatz zu entwickeln. Deshalb
wird vom Weltrat empfohlen, die Ziele des Kyoto-Protokolls zur
Reduzierung der CO2-Emissionen durch Einführungsquoten
für erneuerbare Energien zu ersetzen. »So wie das Kyoto-Protokoll
jetzt aussieht, wird es den erneuerbaren Energien eher schaden als
nutzen«, kritisiert Scheer. Statt nur auf die kosteneffektivste CO2-Minderungsstrategie
zu setzen, soll erneuerbaren Energien grundsätzlich Vorrang in den
globalen Klimaschutzkampagnen eingeräumt werden, da hierzu wesentlich
weniger bürokratische Kontrollmechanismen als beim Handel mit
Emissionsrechten benötigt würden. Konkret schlägt der Weltrat vor,
dass sich in einem ersten Schritt jedes Land selbst dazu verpflichten
soll, den Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch
alle zehn Jahre zu verdoppeln.
Der Weltrat für
Erneuerbare Energien hatte sich Anfang Juni in Berlin gegründet und
bildet ein unabhängiges Netzwerk von Nicht-Regierungsorganisationen,
Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen auf den Gebieten der
erneuerbaren Energien, des Umweltschutzes und der Entwicklungshilfe.
Der Weltrat für Erneuerbare Energien soll ein Gegengewicht zum
Welt-Energie-Rat bilden, der von den Interessen der konventionellen
Energiewirtschaft dominiert wird.
Anne
Kreutzmann
© PHOTON, 16. Juli 2001
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