Impulskonferenz zur Gründung der »Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien«

Mit der Impulskonferenz »Förderung globaler Transferaktivitäten für erneuerbare Energie« will die europäische Solarenergievereinigung Eurosolar die Gründung einer »Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien« (IRENA) voran bringen. 

Die Konferenz wird gemeinsam mit der European Association of Development Research and Training Institutes, der Carl-Duisberg-Gesellschaft und der Global Coalition for Africa ausgerichtet und findet vom 8. bis 10. Juni parallel zur Solar Energy auf der Berliner Messe statt. Damit könnte eine rund zehn Jahre alte Idee Gestalt annehmen.

Ziel der Konferenz ist es, einen nicht-kommerziellen Technologietransfer zu fördern. Das bedeutet, dass zunächst politische Rahmenbedingungen ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in den interessierten Länder geschaffen werden, um so ein stabiles Marktwachstum auszulösen.

Zu der Konferenz sind weltweit rund 50.000 Vertreter von Regierungen, Banken, Unternehmen und Verbänden geladen. »Wir haben einen Rundumschlag gestartet«, so Eurosolar-Geschäftsführerin Irm Pontenagel, »um vor allem einen Transfer in die dritte Welt zu schaffen.« Bereits seit mehr als zehn Jahren treibt Eurosolar international die Nutzung der erneuerbaren Energien voran. Die Schwierigkeit besteht laut Pontenagel darin, nicht nur die Energiepolitik der Industrieländer zu verändern, sondern auch die Entwicklungs- und Schwellenländer zu integrieren.

Um die Einführung der erneuerbaren Energien insbesondere in den Entwicklungsländern zu fördern, soll IRENA maßgeblich an der Beratung von Regierungen, an Ausbildungs- und Informationskampagnen und an der Vermittlung möglicher Finanzierungsquellen beteiligt sein. Auch die Errichtung notwendiger Entwicklungszentren, um Handwerkern sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen die regenerativen Energien näher zu bringen, soll zu den Aufgaben gehören.

IRENA soll bei allen Maßnahmen immer nur Hilfe zur Selbsthilfe bieten und nie vollständig die Aktivitäten der Länder – unabhängig von ihrem Entwicklungsstadium – ersetzen. Bisher stehen die Mitgliedsstaaten und der Hauptsitz der Agentur noch nicht fest. Als »Vorbild« für IRENA dient die Internationale Atomic Energy Agency (IAEA), eine Organisation der UNO, die Ende der 50er Jahre auf Anregung der USA gegründet wurde, um die Verbreitung von atomwaffenfähigem Material zu kontrollieren und – so die Statuten – die Ausbreitung der friedlichen Nutzung der Kernenergie weltweit zu beschleunigen. 

Eveline Hagemann
© PHOTON, 30. März 2001
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Solar Verlags