»Stromrebellen« aus Schönau erhalten Bundesverdienstkreuz

17.01.2004: Das Ehepaar Ursula und Michael Sladek, Mitbegründer der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und weit über ihre Heimat hinaus als »Stromrebellen« bekannt, erhielten am 16. Januar das Bundesverdienstkreuz am Bande. Mit dem Orden werden besondere Leistungen um das Wohl der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, die unter Zurückstellung der eigenen Interessen mit erheblichem Einsatz über einen längeren Zeitraum erbracht werden. 

 

© Elektrizitätswerke Schönau GmbH (EWS)

Engagement gewürdigt: Ursula und Michael Sladek (links) erhielten das Bundesverdienstkreuz aus den Händen des baden-württembergischen Wirtschaftsstaatssekretärs Horst Mehrländer (rechts).

 

Das Verdienstkreuz und die von Bundespräsident Johannes Rau unterschriebene Urkunde wurde den Sladeks von Horst Mehrländer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, überreicht. Mehrländer würdigte in seiner Laudatio ausdrücklich das Engagement des Ehepaars in punkto erneuerbare Energien. Ursula Sladek betonte in ihrer Dankesrede, mit dieser Ehrung seien auch die vielen Mitstreiter der Schönauer Energieinitiativen gewürdigt. 

Nach dem Reaktorkollaps in Tschernobyl hatten die Sladeks in ihrer Gemeinde Schönau eine Bürgerbewegung mitgegründet, die sich eine kernkraftfreie Stromversorgung zum Ziel gesetzt hatte. Mit dem finanziellen Einsatz vieler Bürger konnte 1997 das Schönauer Stromnetz gekauft und ein eigenes Versorgungsunternehmen – die EWS – gegründet werden, deren Geschäftsführerin Ursula Sladek ist. Der Netzbetreiber fördert die regenerativen Energien in besonderer Weise. Innerhalb ihres Netzgebietes sind die EWS für besonders faire Einspeiseverträge für Solarstrom bekannt, darüber hinaus werden deutschlandweit Photovoltaik- und Biogasanlagen sowie Kleinwasserkraftwerke gefördert. Für ihr Engagement hatten Ursula und Michael Sladek am 2. Dezember letzten Jahres bereits den Europäischen Solarpreis von Eurosolar erhalten. 

Jens Nickel
© PHOTON, 2004
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