Tag der offenen Tür im Berliner Energieforum

14.11.2003: Offiziell eröffnet ist das »EnergieForum Berlin« seit dem 28. Oktober. Tatsächlich beschreibt der Termin eher den Abschluss der Bauarbeiten, denn schon im April letzten Jahres zogen die ersten Mieter ein.  

 

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Veranstaltungsraum: Das Atrium des Energieforums bietet reichlich Platz – hier für die Jahrestagung 2003 des Forschungsverbundes Sonnenenergie im vergangenen September. 

 

Seit Frühjahr 2003 haben auch die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS), der Bundesverband Solarindustrie (BSi) und die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) ein Klingelschild an der standesgemäßen Adresse. Diese und andere Vermietungen waren allerdings zuvor immer wieder verschoben worden, und auch Konflikte zwischen Bau- und Büroarbeit konnten nicht ausbleiben.

Das Haus ist indes an allerlei Zeitverschiebungen gewöhnt. Die Idee zu einem »Internationalen Solarzentrum« entstand schon vor rund 15 Jahren, und 1995 legte eine Gruppe um Rolf Kreibich, Direktor des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), ein Konzept vor. Zu den treibenden Kräften gehörten damals unter anderem Eurosolar und die DGS.

Nach einer wechselvollen und wenig erfreulichen Geschichte landete das Bauvorhaben schließlich bei der HPE Property GmbH, wichtigster Geldgeber ist die Wiesbadener R+V Versicherung AG, die nach eigenen Angaben rund 57 Millionen Euro investierte, von denen allerdings der Bund und das Land Berlin 24 Millionen beisteuerten. Das Solarzentrum besteht aus einem Altbauteil – einem ehemaligen Magazingebäude des Berliner Gasversorgers GASAG – und einem neu errichteten Trakt. Das Energiekonzept des Stuttgarter Steinbeis Transferzentrums Energie-, Gebäude- und Solartechnik soll einen gegenüber konventionellen Bürogebäuden um 70 Prozent geringeren Energieverbrauch ermöglichen.

Die Eigentümer des 19.500 Quadratmeter umfassenden Gebäudes legen verständlicherweise Wert auf die Feststellung, dass aus dem niedrigen Energieverbrauch nicht nur Vorteile für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel der Mieter entstehen. Doch auf dem Berliner Markt für Gewerbeimmobilien herrscht ein derartiges Überangebot, dass weder dieses Argument noch die ambitionierte Architektur oder die enorm verkehrsgünstige Lage gegenüber dem Ostbahnhof im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg helfen können: Noch immer ist das Energieforum nur zu rund 60 Prozent belegt. 

Wer sich selbst einen Eindruck machen möchte, hat dazu am 22. November ab 12.00 Uhr Gelegenheit. Neben der Besichtigung des Gebäudes wird zudem ein attraktives Rahmenprogramm geboten: Fahrten mit einem Solarroller, ein Energiequiz und solare Cocktails locken. Das Unabhängige Institut für Umweltfragen in Berlin betreut einen Stand mit Bastelarbeiten für Kinder. Besonders herzlich eingeladen sind Betreiber und Besitzer von Solaranlagen in Berlin und Brandenburg. Mit ihnen soll in einem Betreiberforum über Erfahrungen mit den Solaranlagen diskutiert werden.

Jochen Siemer
© PHOTON, 2003
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Solar Verlags

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