Die 100.000 Watt-Solar-Initiative für Schulen

Die »100.000 Watt-Solar-Initiative« für Schulen in NRW ist jetzt als Leitprojekt der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW eingestuft worden. Diese Kombination von solarer Stromerzeugung und Energieeinsparung im Rahmen eines Investitionsmodells erhält damit einen besonderen Beispielcharakter.

 

© Aggertal-Gymnasium

Im Rahmen der 100.000 Watt-Solar-Initiative für Schulen in Nordrhein-Westfalen hat das Aggertal-Gymnasium in Engelskirchen eine 43-Kilowatt-Photovoltaikanlage installiert. Die Finanzierung erfolgte durch die Bürger von Engelskirchen und Umgebung über ein »Contracting«-Modell.

 

Im Rahmen der 100.000 Watt-Solar-Initiative sollen pro Schüler rund 50 Watt Photovoltaikleistung installiert und weitere 50 Watt Leistung eingespart werden. Das Wuppertal-Institut startete die Initiative im Oktober 2000 und wählte insgesamt fünf Schulen in Nordrhein-Westfalen für die Solar- und Sparmaßnahmen aus. 
Die energetische Sanierung des Aggertal-Gymnasiums in Engelskirchen war ein Pilotprojekt, bei gezeigt werden konnte, dass das System funktioniert. Als zweite Schule folgt nun das Willibrord-Gymnasium in Emmerich am Niederrhein. Seit dem 2. Juli kann man sich hier an der Errichtung einer 50-Kilowatt-Anlage, eines 50-Kilowatt-Blockheizkraftwerkes und der Sanierung von Beleuchtungs-, Wasser- und Wärmeanlagen beteiligen. Die Solar & Spar Contract GmbH & Co. KG Willibrord Gymnasium Emmerich, die zu diesem Zweck gegründet wurde, übernimmt die Planung, Installation und Wartung des Projekts. Sie verkauft Anteilsscheine für mindestens 500 Euro an Lehrer, Schüler und Eltern des Gymnasiums. Die Mindestbeteiligung für Kapitalanleger, die keinen direkten Bezug zur Schule haben, beträgt 2.000 Euro. 

Insgesamt will die Kommanditgesellschaft durch stille Beteiligungen 360.000 Euro Kapital einwerben. Das Projektteam rechnet mit einer jährlichen Rendite von fünf bis sechs Prozent bei einem Jahresertrag der Solaranlage von 750 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung. Die übrigen Investitionskosten werden durch einen 60.000-Euro-Zuschuss aus dem Programm für Rationelle Energieverwendung und Nutzung unerschöpflicher Energiequellen (REN) des Landes NRW und Bankkredite in Höhe von 210.000 Euro gedeckt. Bis Sommer 2004 soll das Projekt abgeschlossen sein. 

Auch für drei weitere Schulen - die Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen, die Europaschule in Köln und die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Recklinghausen - wurden bereits Kommanditgesellschaften gegründet. Die Zuwendungsbescheide des REN-Programms liegen ebenfalls vor. Bis Anfang 2005 will Projektleiter Kurt Berlo vom Wuppertal-Institut die Initiative mit einer wissenschaftlichen Dokumentation abschließen. Er hofft, dass künftig private Investoren das Solar- und Spar-Konzept als Geschäftsfeld erschließen. 

Projekte in anderen Schulen plane das Wuppertal-Institut derzeit nicht, so Berlo. Ihnen bleibe jedoch die Möglichkeit, in eigener Trägerschaft ein Projekt zu initiieren und Fördermittel zu beantragen. Im Rahmen des REN-Programms erhalten nordrhein-westfälische Schulen nach den diesjährigen Förderrichtlinien Zuschüsse in Höhe von 1.200 Euro pro installiertem Kilowatt Photovoltaikleistung. 

Beteiligungsunterlagen unter www.solarundspar.de

 

Iris Krampitz
© PHOTON, 27. August 2003
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