420-kW-Nachführanlage in Österreich eingeweiht

Rund 1.200 Meter über dem Meeresspiegel hat das Kärntner Unternehmen Energetica Energietechnik im österreichischen Vorarlberg eine nachgeführte Photovoltaikanlage mit 420 Kilowatt Leistung installiert. Heinz Studer, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Sonnenkraftwerk Blons, die das Kraftwerk realisiert hat, begrüßte bei der Einweihung am 24. August mehr als 500 Besucher.

 

© Energetica Energietechnik GmbH

Solarpark: Auf 1.200 Metern Höhe im Biosphärenpark Blons errichtete Energetica 21 nachgeführte Solarsysteme mit einer Gesamtleistung von 420 Kilowatt. 

 

Die zwei Hektar große Anlage im Biosphärenpark Großes Walsertal ist eines der größten nachgeführten Photovoltaiksysteme weltweit. 
Der Strom aus den 3.528 monokristallinen Solarmodulen des indischen Herstellers Webel Solar wird 15 Jahre lang mit 72 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Die Investitionskosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro (inklusive Datenerfassung und Montage) haben 21 Privatpersonen aufgebracht, die sich zu der Beteiligungsgesellschaft Sonnenkraftwerk Blons zusammengeschlossen haben. Sie betreiben je eine 20-Kilowatt-Anlage separat. Der Kilowatt-Preis von rund 8.600 Euro ist zwar recht hoch, doch Studer rechnet damit, dass sich die Mehrkosten für das Nachführsystem in acht bis zehn Jahren bezahlt machen.

Rund 70 Elektromotoren führen die 21 Teilanlagen in Ost-West-Richtung nach. Der Drehwinkel (Azimut) wird dagegen manuell eingestellt. Die Nachführautomatik wird von Lichtsensoren gesteuert. Bei einer Abschattung durch das Nachbarmodul wird die Anlage aus dem Schatten gehoben, bei starkem Schneefall in die steilste Morgenposition gebracht.

 
 

© Energetica Energietechnik GmbH

Arbeit in luftiger Höhe: Über 3.500 Solarmodule mussten installiert werden. 

Die Elektromotoren jeder Teilanlage werden von zwei Solarmodulen mit je 35 Watt Leistung gespeist. Als Puffer dient eine Batterie mit einer Kapazität von 4,6 Amperestunden. Das System hat Energetica selbst entwickelt und bietet es jetzt auch in Deutschland an. Die Erwartungen sind hoch gesteckt: Energetica-Geschäftsführer René Battistutti rechnet – zumindest im Großen Walsertal – mit 35 Prozent Mehrertrag.

Jede der 21 Teilanlagen ist mit einem Zentralwechselrichter vom Typ Energetica ENP 22 mit einer Nennleistung von je 22 Kilowatt und integriertem Datenlogger ausgestattet – ebenfalls eine Neuentwicklung des Kärntner Unternehmens, die nächstes Jahr erstmals auf dem deutschen Markt präsentiert werden soll. Der Name Energetica wird somit vermutlich auch in der hiesigen Photovoltaikszene demnächst häufiger auftauchen. 

 

Iris Krampitz
© PHOTON, 24. August 2003
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