»Sonnenfalle« geht ans Netz

Die Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg hat am 1. März die Photovoltaikskulptur »Sonnenfalle« auf ihrem Grundstück eingeweiht und in Betrieb genommen.

© Hochschule für bildende Künste Hamburg

Maßarbeit: Der Aufbau des 2,3 Tonnen schweren Solar-Kunstwerks zog sich bis in die Abendstunden.

Den Entwurf für die 2-Kilowatt-Anlage lieferten Matthias Rieper, Thomas Händle und Johannes Niemeyer. Die Studentengruppe gewann den ersten Preis in einem bereits vor vier Jahren von der Hochschule ausgeschriebenen Wettbewerb und erhielt somit die Zusage zur Umsetzung ihres Modells.
Eine achtköpfige Jury aus Künstlern und Ingenieuren hatte sich von den 13 eingereichten Arbeiten für die Sonnenfalle entschieden, da sie »ein auffälliges Zeichen setzt für eine zukunftsweisende Technologie«, so Jurymitglied und Bauleiterin Sabine Busching. Mit einer Höhe von 22 Metern und einem Gewicht von 2,3 Tonnen ist das Kunstwerk aus Stahl und Glas nicht zu übersehen, zumal das Hochschulgrundstück an eine belebte Kreuzung grenzt.
Für den Bau des Tragwerks konnten die Organisatoren Mitarbeiter des ABM-Projekts »Ökologische Technik e.V.« als unentgeltliche Arbeitskräfte gewinnen. Dies führte laut Busching zwar zu »Verzögerungen in der Umsetzung«, doch hielt es die Hochschule für »eine nette Idee«, mit erwerbslosen Stahlbauern zusammenzuarbeiten.
Auf drei Ebenen wurde das Tragwerk mit dem Hochschulgebäude verankert, dann verschaltete die Firma Geosolar je 31 von der Firma Solarnova GmbH gelieferte rahmenlose Glas-Glas-Module über zwei parallele Stränge. Ein weiteres Modul wurde separat am Fuß der Anlage installiert. Es liefert Gleichstrom zu Demonstrationszwecken und soll, so Busching, »den Studierenden für phantasievolle Anwendungen zur Verfügung« stehen. Um das Befestigungssystem der Module zu verdecken, verwendeten die Installateure Plattenanker der Fischerwerke, die in das mit Hinterschnittlöchern versehene Trägerglas eingelassen wurden.
Die Hamburger Hochschule bestreitet die Gesamtkosten in Höhe von 58.000 Euro zu rund einem Drittel, die Umweltbehörde der Hansestadt fördert die Anlage mit 15.000 Euro. Weitere 5.000 Euro steuerten die Fischerwerke bei, der Rest kam von der K.-H.-Dietze-Stiftung und dem Hamburger Klimaschutzfonds.
Bereits 1999 hatte die Hochschule auf dem Dach des Gebäudes, an dem die Sonnenfalle lauert, eine Photovoltaikanlage mit zehn Kilowatt Leistung installiert. Laut Wettbewerbsausschreibung soll das neue solare Kunstwerk nun auch auf diese »kaum wahrnehmbare« Standardanlage aufmerksam machen.

Iris Krampitz
© PHOTON, 02. März 2002
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