Solarzentrum in Erfurt für industrienahe Forschung

29.07.2003: Am Institut für Mikrosensorik in Erfurt wird als neuer Geschäftsbereich ein Solarzentrum für industrienahe Photovoltaikforschung eingerichtet. In unmittelbarer Nähe der Wafer- und Solarzellenhersteller PV Silicon und Ersol im Industriegebiet Erfurt-Südost soll das Zentrum eine ähnliche Funktion erfüllen wie das Laborcenter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Gelsenkirchen.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Stiftung für Technologie- und Innovationsförderung Thüringen gewähren eine Anschubfinanzierung von 2,2 Millionen Euro. Die laufenden Mittel sollen überwiegend durch Aufträge aus der Industrie hereinkommen; daneben sind Gelder aus Programmen des Bundesforschungs- und des Bundeswirtschaftsministeriums beantragt. Das Zentrum startet mit vier Mitarbeitern; bis 2005 soll die Zahl auf zehn erhöht werden.

PV Silicon und Ersol haben laut Hubert Aulich, Vorstandsmitglied bei PV Silicon, bereits erste Forschungsaufträge vergeben. "Die unmittelbare Anbindung an die Fertigung hat einen enormen Vorteil", sagt Aulich und nennt als Beispiel die Analyse von Siliziumwafern: "Innerhalb von einer halben Stunde haben Sie das Ergebnis." Auch die Entwicklung von Solarzellen, die weniger als 100 Mikrometer dünn sind, steht auf dem Programm. Neben der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in Thüringen wie der Technischen Universität Illmenau oder dem Institut für Physikalische Hochtechnologie in Jena ist eine Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg geplant. In der Thüringer Solarindustrie sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 400 Personen beschäftigt. 

Johannes Bernreuter
© PHOTON, 2003
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Solar Verlags

zurück