Europäische Delphi-Studie über Energietechnologien bis 2030

Mit einer Online-Umfrage unter 3.000 Fachleuten in Europa will das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) ein klareres Bild gewinnen, wie sich verschiedene Energietechnologien bis zum Jahr 2030 entwickeln könnten. 

Bei dem von der EU-Kommission geförderten Projekt unter der Bezeichnung »European Energy Delphi« (EurEnDel) arbeitet das IZT mit vier Forschungsinstituten in Dänemark, Polen, Italien und Spanien zusammen. Es ist die erste Studie dieser Art, die sich über ganz Europa erstreckt. Auf Basis der Umfrageergebnisse wollen die Projektpartner der EU-Kommission bis zum Abschluss des Vorhabens im Oktober 2004 Vorschläge für die künftige Forschungsförderung machen, so Timon Wehnert, Koordinator der Studie am IZT.

Die 3.000 ausgewählten Fachleute kommen ungefähr zu je einem Drittel aus dem akademischen Bereich, der Industrie sowie aus Politik, Verwaltung, Nichtregierungsorganisationen und Journalismus – bis hin zum Science-Fiction-Autor. Bei einer ersten Befragungswelle vom 2. Juni bis 9. Juli sollten die Experten zum Beispiel einschätzen, in welchem Zeitraum die Photovoltaik einen Anteil von fünf Prozent an der Stromerzeugung in Europa überschreiten wird. Außerdem wurde gefragt, wie wichtig die einzelnen Energietechnologien jeweils für drei unterschiedlich ausgerichtete Gesellschaftsvisionen sind, von denen eine die individuelle Wahlfreiheit stark betont, die andere das ökologische Gleichgewicht und die dritte die soziale Gerechtigkeit. Die Autoren der Studie wollen die Antworten unter anderem danach auswerten, welche Technologien für alle drei Visionen förderlich sind, weil die Kombination der drei dem Ansatz einer nachhaltigen Entwicklung ähnelt.

Bis zum 9. Juli haben rund 600 Experten geantwortet. Sie werden in einer zweiten Runde Mitte August über die Ergebnisse informiert und sollen im Licht der Durchschnittsmeinung bis Ende September noch einmal dieselben Fragen wie in der ersten Runde beantworten. Mit dieser als Delphi-Studie bezeichneten Methode wird ein Diskussionsprozess simuliert. Die ersten Ergebnisse sollen im Oktober oder November auf der EurEnDel-Seite im Internet veröffentlicht werden. 

Informationen zur Studie unter: www.eurendel.net
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Johannes Bernreuter
© PHOTON, 10. Juli 2003
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