Offene Fragen zum Abschluss des 100.000-Dächer-Programms

Auch über einen Monat nach dem rekordträchtigen Schlussspurt zum 100.000-Dächer-Programm herrschte noch Unklarheit, wie hoch der Antragsberg tatsächlich ausgefallen ist. Experten gehen von 400 Megawatt aus.

Die Juli-Statistik der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weist neben 8.384 Anträgen im Juni mit einem Darlehensumfang von 358,4 Millionen Euro noch 1.823 weitere Anträge im Juli mit einer Darlehenssumme von 74,2 Millionen Euro aus. Nach Darstellung des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi) sind die im Juli verbuchten Anträge noch bis zum Abgabeschluss am 30. Juni eingegangen. Von der KfW war dazu bisher keine Bestätigung zu erhalten. Auch über die Nachfrage nach Darlehen aus dem CO2-Minderungsprogramm gibt es noch keine aktuellen Zahlen von der KfW.

Wenn die Interpretation des BSi zutrifft, wurden im 100.000-Dächer-Programm allein im Monat Juni Darlehen für Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von ungefähr 95 Megawatt beantragt. Selbst ohne die im Juli verbuchten Anträge sind es immer noch etwa 78 Megawatt. Seit Start des 100.000-Dächer-Programms im Januar 1999 summiert sich somit die beantragte Installationsleistung – abzüglich abgelehnter Anträge und nachträglicher Verzichte, aber mit Einschluss der Juli-Anträge – auf ungefähr 400 Megawatt. In dieser Zahl sind zwar noch statistische Unsicherheiten enthalten wie falsch zugeordnete Antragsformulare und Differenzen zwischen beantragter und bewilligter Darlehenssumme, dennoch dürfte die Gesamtsumme deutlich über den 350 Megawatt liegen, von denen das Bundesumweltministerium ausgeht.

Dort erwartet man, dass noch einige Antragsteller abspringen, so dass 330 bis 340 Megawatt übrigbleiben würden und so alle Anträge bewilligt werden könnten. Bisher hat die KfW Darlehen für insgesamt 284,5 Megawatt zugesagt, davon 24,2 Megawatt im Juli. KfW-Sprecherin Charis Pöthig versicherte, die verbleibenden Anträge würden »kontinuierlich abgearbeitet«.

Johannes Bernreuter
© PHOTON, 10. August 2003
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