BP entschädigt Kunden für Minderleistungen Saturn-5-Modulen

16.04.2004: Ein Drittel der zwischen November 2002 und März 2003 produzierten BP Saturn-Module aus dem spanischen San Sebastian de los Reyes weist zu geringe Leistungen auf. Anhand der Seriennummern werden derzeit die Kunden aufgespürt, um sie zu entschädigen. Ursache ist ein fehlerhafter Lötautomat, der jetzt ausgetauscht wurde.   

 

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Fehlerhaft oder nicht? BP Solar-Module mit einer Gesamtleistung von mehr als einem Megawatt wurden mit zu geringer Einzelleistung ausgeliefert. 

 

Alle Module, die bei BP Solar die Fertigung verlassen, werden mittels eines speziellen Gerätes auf ihre Leistung überprüft. An diesem »Flasher« fallen Produkte auf, die durch falsche Verarbeitung oder fehlerhaftes Material nicht die Leistung an die Anschlussklemmen bringen, die sie versprechen. Trotzdem sind von November 2002 bis März 2003 im spanischen San Sebastian de los Reyes nach internen Schätzungen 1,2 bis 1,4 Megawatt (MW) Nennleistung ausgeliefert worden, die sich erst im Nachhinein als fehlerhaft entpuppten.

Wie BP-Sprecherin Nicole Anderson jetzt auf Anfrage bekannt gab, hat ein defekter Stringer-Automat, der aus einzelnen Zellen kleine Stränge lötet, Leistungseinbußen verursacht, die bei der Auslieferung nicht messbar waren. BP spricht von sechs Prozent Abweichung von der garantierten Mindestleistung bei den 72-Zellen-Modulen und von zwei Prozent bei den Modulen mit 36 Zellen. Die Firma garantiert in den ersten zwölf Jahren 90 Prozent der Nennleistung und bis 25 Jahre 80 Prozent. Um welchen Stringerhersteller es sich handelt, möchte BP nicht nennen. Für die PHOTON-Umfrage zur Modulproduktion hatte BP im Februar angegeben, 2003 in Spanien nur 18,5 Megawatt bei einer Gesamtkapazität von 35 Megawatt produziert zu haben. Warum auch BPs Zellproduktion hinter den Vorjahreszahlen zurückblieb, ist damit noch nicht geklärt.

Kurzfristig hat BP die Auslieferung der Module gestoppt und den Stringer stillgelegt. Um eine langfristige Lösung des Problems anbieten zu können, wurde unter anderem eine Referenzanlage in Spanien installiert, die dazu dient, die Leistungsabweichung zu ermitteln. Speziell ausgebildete »Quality Tracing Teams« sind nun eingesetzt, um anhand der Seriennummern und des Händlernetzes alle betroffenen Kunden ausfindig zu machen und deren Module durchzumessen.

»Das Problem ist nicht so gravierend, dass es den Kunden im Betrieb auffallen würde«, erklärt Produktmanager Stefan Harms von der BP Vertriebsfirma Wagner & Co aus Cölbe gegenüber PHOTON. Wagner & Co hat ab Februar 2004 seine Kunden informiert. Zu dem Zeitpunkt war geklärt, wie BP mit der Entschädigung umgehen würde.

Im Verdacht stehen ausschließlich Module der Saturn 5-Serie, die zurzeit noch produziert, aber in Kürze von der neuen Saturn 7-Serie abgelöst wird. Kunden können anhand der Seriennummern nicht eindeutig selbst erkennen, ob sie fehlerhafte Module gekauft haben, da deren Nummern nicht in einer speziellen Abfolge liegen. Sofern die Module tatsächlich betroffen sind, bietet BP einen geldwerten Ausgleich an und stellt neue Qualitätszertifikate mit geänderter Nennleistung und Toleranz aus. Somit finden die normalen Garantiebedingungen weiterhin Anwendung. Für die Sicherheit und Gesundheit, so betont BP, ging von den Modulen zu keiner Zeit Gefahr aus.

Informationen erhalten die Kunden von ihren Installateuren oder direkt von BP Solar unter Tel. 040 / 23 61 - 120 oder module5@bp.com.



Karsten Albers
© PHOTON, 2004
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