SunPower eröffnet Zellfabrik auf den Philippinen

18.03.2004: Am 17. März hat die amerikanische SunPower Corp. die erste Fabrik für die Großserienfertigung der Hochleistungszelle A-300 auf den Philippinen eingeweiht.  

 

© SunPower Corp.

Zellfabrik von SunPower: Hier soll die Hochleistungszelle A-300 in Großserie hergestellt werden.

 

Im Laguna Technopark in Binan unweit von Manila sollen rund 200 Mitarbeiter jährlich acht Millionen Zellen mit einer Leistung von insgesamt 25 Megawatt herstellen. Hierfür investierte der Zellhersteller rund 100 Millionen Dollar in Gebäude, Produktionsanlagen und in den Anlaufbetrieb. Auch eine deutsche Firma erhielt ein Stück von dem Investitionsauftrag. Die bayerische Astec GmbH lieferte zwei Ätzanlagen im Wert von rund 2,3 Millionen Euro.

Wie Jörn Jürgens, Vertriebsmanager von SunPower in Deutschland, mitteilte, soll die Einrichtung der Maschinen und der Probebetrieb bis Juni abgeschlossen werden. Die volle Fertigungskapazität könnte die Linie dann im Spätsommer erreichen. Wer die Zellen der philippinischen Produktion dann abnehmen wird, konnte Jürgens allerdings noch nicht sagen. Die Verhandlungen mit den Modulherstellern seien noch nicht abgeschlossen. SunPower rechnet offensichtlich mit einem hervorragenden Absatz, denn nach eigenen Angaben soll die A-300 »die effizienteste und preisgünstigste Silizium-Solarzelle der Industrie« sein. 

 
 

© SunPower Corp.

SunPower-Chef Tom Werner (rechts) und Thurman J. Rodgers, Vorstands-vorsitzender der Muttergesellschaft Cypress (links), führen der philippinische Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo (Mitte) die Fertigungsanlagen vor. 

Über den Preis war nichts zu erfahren, aber der Wirkungsgrad scheint tatsächlich rekordverdächtig zu sein. Denn die A-300 erreichte bei der Prüfung durch das National Renewable Energy Laboratory in Colorado einen Wirkungsgrad von 21,5 Prozent – das sei Weltrekord für eine kommerzielle großflächige Solarzelle, so SunPower. Die Prüfzellen stammen allerdings noch aus der Pilotlinie in Round Rock, Texas. Technisch seien die Fertigungsanlagen der texanischen und der philippinischen Linie aber weit gehend identisch, so Jürgens. Daher würden die Prüfdaten auch für die philippinischen Zellen gelten. 

Die erste Solaranlage mit A-300 Zellen wurde von SunPower im Dezember letzen Jahres vor dem NASA Dryden Flugforschungszentrum in Kalifornien installiert. Auch für gebäudeintegrierte Anwendungen seien die Zellen interessant, so Jürgens. Denn zum einen böten sie mit ihrer vollkommen schwarzen Oberfläche ein bei Architekten willkommenes Erscheinungsbild. Zum anderen zeigten sie ein günstiges Schwachlastverhalten. Das sei insbesondere bei Anwendungen mit Verschattungen, etwa im Gebäudebereich, von Vorteil. 

Ob für Solarkraftwerke oder gebäudeintegrierte Anlagen – SunPower ist auf jeden Fall für einen etwaigen Auftragsboom gut gerüstet. Das Fabrikgebäude auf den Philippinen hat noch Platz für drei weitere Fertigungslinien. Die Fabrik könnte dann jährlich Solarzellen mit einer Leistung von 100 Megawatt produzieren. 

 

Harald Schäffler
© PHOTON, 2004
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