WBGU empfiehlt Ziele für »Renewables 2004«
18.03.2004: Vom 1. bis 4. Juni findet in Bonn die
»Renewables 2004« statt, eine internationale Konferenz zu erneuerbaren Energien. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), ein neunköpfiges Professorenteam verschiedener Fachrichtungen, hat jetzt Ziele definiert und Maßnahmen vorgeschlagen, für die sich die Bundesregierung einsetzen soll.
Das 24-seitige Dossier »Erneuerbare Energien für eine nachhaltige Entwicklung
– Impulse für die Renewables 2004« wurde am 17. März an Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sowie an Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) übergeben.
Die Grundlage der von den Experten geforderten nachhaltigen Energiepolitik sollen konkrete Selbstverpflichtungen der Länder für den nationalen Ausbau der erneuerbaren Energien sein. Bis 2050 sollten nach den Vorstellungen des Beirats in der EU mindestens 60 Prozent des Stroms aus regenerativen Energien gewonnen werden. Die Professoren empfehlen zudem, die direkten staatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Energiebereich in den Industrieländern bis 2020 zu verzehnfachen
– mit dem Schwerpunkt regenerative Energien. Hier müsse Deutschland eine Vorreiterrolle übernehmen. Die Bundesregierung fordern die Experten dazu auf, die Mittel für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln und in Bonn ein entsprechendes Forschungsprogramm vorzulegen.
Neben diesen nationalen Hausaufgaben mahnen die Autoren des Papiers die weltweite Zusammenarbeit bei der
»Energiewende« an. Die wesentlichen Eckpunkte könnten in Bonn anhand einer
»Weltenergiecharta« festgeschrieben werden. Ein globales Ministerforum, welches sich speziell mit nachhaltiger Energieerzeugung befasst, solle in der Folgezeit die Koordination übernehmen. Mittelfristig sei die Gründung einer internationalen Agentur für nachhaltige Energiepolitik anzustreben. Für die Abstimmung der Energieforschung fordern die Professoren ein
»Koordinationsprogramm zur Weltenergieforschung«. Schon in Bonn sollen ehrgeizige internationale Modellprojekte auf den Weg gebracht werden: Als Beispiel führen die Experten die Ausschreibung eines großen Photovoltaikkraftwerks in der Sahara an, welches Strom bis nach Europa liefern kann. Für die ländliche Elektrifizierung in den Entwicklungsländern solle ein 1.000.000-Hütten-Programm aufgelegt werden, wie es der Club zur ländlichen Elektrifizierung bereits vor rund einem Jahr vorgeschlagen hat.
Das Dossier im Internet: www.wbgu.de/wbgu_pp2004.pdf
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