General Electric plant Einstieg in den Photovoltaikmarkt 

01.03.2004: Der amerikanische Konzern General Electric (GE) will in die Produktion von Solarzellen einsteigen. Bereits Anfang Februar wurde bekannt, dass die Energiesparte des Konzerns GE Energy an dem insolventen Zell- und Modulproduzenten Astropower interessiert ist.    

 

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Neu am Start: Oliver Mayer und Jörg Stromberger bauen am neuen GE Global Research Center Europe den Energiebereich mit auf. 

 

Mitte Februar erklärte Scott Donnelly, Vize-Präsident von GE und verantwortlich für Forschung und Entwicklung in einem Interview mit der »Financial Times«, dass GE der Welt helfen wolle, ihre Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren. Hierzu zähle auch die Weiterentwicklung von Techniken wie der Photovoltaik. In seiner März-Ausgabe berichtete nun das Magazin »Technology Review«, dass der Konzern bereits in den Startlöchern stehe: »Wir werden noch dieses Jahr Anlagen für Wohnhäuser komplett selbst fertigen und verkaufen«, kündigte Vlatko Vlatkovic, Leiter für Elektronik und Photonik im GE Global Research Forschungszentrum in Schenectady, New York, an. Nach Angaben von Vlatkovic will GE bereits in zehn Jahren Weltmarktführer sein. 

Hierfür wird GE vermutlich zunächst auf große Einkaufstour gehen – eine Strategie, die der Konzern bereits seit vielen Jahren praktiziert. Vorstandsvorsitzender Jeffrey Immelt kaufte seit seinem Amtsantritt im September 2001 bereits über 100 Unternehmen. Das Vorgehen ist dabei immer das gleiche: Die Unternehmen werden zunächst zerlegt und »entkernt«, das Management nach GE-Regeln neu formiert und dann zu neuen Einheiten zusammengefasst. Von dem insolventen amerikanischen Konzern Enron übernahm GE zum Beispiel die Windenergiesparte und machte diese zum Kernstück des neuen Geschäftsbereichs GE Wind Energy. Folgt man diesem Modell, könnte Astropower – oder zumindest ein Teil davon – die Keimzelle für die Photovoltaiksparte werden. 

Für die langfristige Konzernstrategie im Bereich erneuerbare Energien spielt möglicherweise auch der Standort Deutschland eine Rolle. GE baut derzeit in Garching vor den Toren Münchens sein weltweit viertes Forschungszentrum, das im Juni offiziell seinen Betrieb aufnehmen will. In dem »GE Global Research Center Europe« sollen insgesamt rund 150 Forscher in den Laborbereichen Alternative Energien und Umwelttechnologie, Elektronische Energiesysteme, Sensortechnologien sowie Medizintechnik arbeiten. Dafür investiert GE 52 Millionen Dollar. »Europa ist ein sehr interessanter Markt für erneuerbare Energien«, sagt Oliver Mayer, Projektleiter im Bereich Elektronische Energiesysteme. Deshalb solle hier auch ein Großteil der zugehörigen Forschung stattfinden. Zusammen mit seinem Kollegen will Mayer neue Ideen für die Photovoltaiksystemtechnik entwickeln, aber auch für Windenergie und Mikroturbinen. Die Forschung an Solarzellen im engeren Sinne bleibe aber Schwerpunkt des Forschungszentrums in Schenectady, so Mayer.

 



Harald Schäffler
© PHOTON, 2004
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