Astropower pleite – geht die Firma an General Electric?

02.02.2004: Nach Monaten der finanziellen Turbulenzen hat der im amerikanischen Bundesstaat Delaware angesiedelte Zell- und Modulhersteller Astropower Inc. Konkurs angemeldet. Laut Terry Bailey, Vizepräsident für Marketing und Vertrieb, betreibe das Unternehmen allerdings »Business as usual« und stelle weiterhin Zellen und Module her. Einen Verkauf der ganzen Firma bezeichnete er als »hoch wahrscheinlich«.

So teilte das Unternehmen am 1. Februar mit, GE Energy, eine Tochter des Konzerns General Electric, habe ein Übernahmeangebot von 15 Millionen Dollar abgegeben. Allerdings ist unklar, ob der Riese nur Teile von Astropower oder die ganze Firma kaufen will. Der Modulhersteller hofft, das Geschäft bis Ende April abzuschließen, um seine Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern teilweise ausgleichen zu können. Dass auch die Anteilseigner Geld sehen, ist allerdings unwahrscheinlich. War die Aktie am 30. Januar noch 1,20 Dollar wert, so krachte der Kurs am 2. Februar – dem nächsten Handelstag – auf einen Wert von fünf Cent herunter.

Der geplante Erwerb von Astropower passt zu den Bemühungen von General Electric, stärker auf dem Feld der erneuerbaren Energien Fuß zu fassen. Nach einer ungenannten Quelle hat sich der Konzern auch schon in Deutschland nach geeigneten Solarstromunternehmen umgesehen. Im Staat New York betreibt GE ein anspruchsvolles photovoltaisches Forschungsprogramm. Ob der Kauf von Astropower zu Stande kommt, hängt aber noch von der Bewilligung eines Gerichts in Delaware ab, welches mit der Insolvenz befasst ist. Außerdem sollen sich noch mindestens zwei andere Bieter für das Unternehmen interessieren, war von offiziellen Stellen des Staates Delaware zu hören.

Die hohen Wellen, die der Kampf um Astropower in Amerika schlägt, scheinen auf dieser Seite des Ozeans recht gemäßigt anzukommen. Fernando Monera, der Chef von Astropowers Modultochter Atersa erklärte, er wisse nicht, ob sein Unternehmen mitverkauft werden soll. Die Zukunft von Atersa sieht der Manager nicht bedroht. Man sei ein gesundes Unternehmen und vom Mutterkonzern finanziell unabhängig. 

 

Jens Nickel
© PHOTON, 2004
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