EU-Kommission verabschiedet Erfassungsrichtlinien für Emissionshandel

31.01.2004: Während in Deutschland wie auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten noch der Streit um die Zuteilung (Allokation) von Kontingenten für den im Januar 2005 beginnenden europaweiten Emissionshandel tobt, ist ein wichtiger Beitrag zum technischen Ablauf geleistet: Am 29. Januar definierte die EU-Kommission ihre »Leitlinien für Überwachung und Berichterstattung betreffend Treibhausgasemissionen«. 

 

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Gleichheitsprinzip: Die Berechnung der Emissionen großer Industrieanlagen – hier das Braunkohlekraftwerk Weisweiler – ist EU-weit einheitlich geregelt.

 

Auf über 100 Seiten hat ein Konsortium von Fachleuten des TÜV Rheinland, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, der Londoner Foundation for International Environmental Law and Development (FIELD) und des Nürnberger Büros der Ecofys GmbH ein Regelwerk zusammengestellt, nach dem künftig in allen Mitgliedsstaaten die emittierten Treibhausgasmengen von Industrieanlagen einheitlich definiert werden können. In Deutschland soll die Richtlinie Bestandteil der »Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes« (BimSchV) werden.

Mindestens 10.000 Kraftwerke und Fabriken – grundsätzlich alle Verbrennungsanlagen mit mehr als 20 Megawatt Leistung – werden am EU-Emissionshandel teilnehmen. Die Notwendigkeit allgemein gültiger Vorgaben liegt mithin auf der Hand: »Da es dabei um sehr viel Geld geht, braucht man natürlich verbindliche Methoden, wie die Emissionen bestimmt werden«, sagt Ecofys-Mitarbeiter Jochen Harnisch. Im Prinzip sei die Ermittlung auch nicht sehr kompliziert, wenn die technischen Daten einer Anlage und die Beschaffenheit, insbesondere der Kohlenstoffgehalt des verwendeten Brennmaterials bekannt sind: »Das kann man geradlinig in CO2-Emissionen umrechnen.« Probleme im Detail gibt es natürlich dennoch, und es braucht gewisse einheitliche Vorgaben, damit überall nach gleichen Regeln kalkuliert wird. Die liegen nun vor, die Techniker haben ihre Hausaufgaben somit erledigt – und warten nun, dass Politiker und Wirtschaftslobby dies gleichfalls tun.

 

Jochen Siemer
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